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Komponist Pierre Boulez mit 90 Jahren gestorben

Baden-Baden Komponist Pierre Boulez mit 90 Jahren gestorben

Einer der wichtigsten Vertreter der musikalischen Avantgarde ist tot: Pierre Boulez starb im Alter von 90 Jahren. Der Komponist, Dirigent und Lehrer von Weltruf galt als radikaler Erneuerer.

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Pierre Boulez starb im Alter von 90 Jahren.

Quelle: Mate Nandorfi

Baden-Baden. Der französische Komponist und Dirigent Pierre Boulez, einer der weltweit bedeutendsten Vertreter der musikalischen Avantgarde, ist tot. Er starb im Alter von 90 Jahren am Dienstag in Baden-Baden, wie sein Büro am Mittwoch in Paris bestätigte.

Boulez hatte schon länger gesundheitliche Probleme. Er lebte mit seiner Familie an seinem Altersruhesitz in der badischen Kurstadt.

Die Musikwelt reagierte mit Trauer. Sie habe „einen ihrer bedeutendsten Komponisten und Dirigenten“ verloren, erklärte der Dirigent Daniel Barenboim, Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper. Boulez habe ein ideales Paradoxon geschaffen: „Er fühlte mit seinem Kopf und dachte mit seinem Herzen.“ Barenboim sagte, er selbst habe „einen großartigen Kollegen verloren, einen zutiefst bewunderten kreativen Kopf und einen engen Freund“.

Boulez verstand sich in erster Linie als Komponist, wurde aber auch für seine Interpretationskunst und seine präzisen Orchestrierungen gerühmt. Zudem war er Kulturmanager, Musikphilosoph, international gefragter Lehrer und Gründer des Pariser Forschungsinstituts für Akustik/Musik IRCAM. Sein Repertoire reichte von klassischer über mikrotonale Musik mit Computer bis hin zu Konzerten mit Bruce Springsteen oder Frank Zappa.

Der Sohn eines Stahlfabrikanten aus Montbrison entwickelte die Zwölftontechnik von Arnold Schönberg zur sogenannten seriellen Musik weiter. Diese Strömung der Neuen Musik baut auf Zahlen- oder Proportionsreihen auf. Seine in den 1950er Jahren rigide konstruierte Musik war umstritten.

Die Modernität seiner Kompositionen wie „Notations“ oder „Le marteau sans maître“ („Der Hammer ohne Herr“) wurde häufig als atonal, chaotisch und ungeordnet empfunden. Verehrt wurde er dagegen als Dirigent: Seine Interpretation von Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ 1976 in Bayreuth - der sogenannte Jahrhundert-Ring 100 Jahre nach den ersten Festspielen - wurde legendär.

Boulez' Weltkarriere führte ihn vom Sinfonieorchester des damaligen Südwestfunks in Baden-Baden über das BBC Symphony Orchestra in London bis hin zum New York Philharmonic Orchestra. Er wurde mit zahlreichen internationalen Auszeichnungen geehrt.

Aus Sicht von Frankreichs Präsident François Hollande ließ Boulez „die französische Musik weltweit glänzen“. Sein kritisches Denken jenseits von Genres stehe für Dialoge von Disziplinen wie Malerei, Poesie, Architektur, Film und Musik. Auch die Pariser Philharmonie habe ihm viel zu verdanken. Dort hieß es, für alle, die Boulez' kreative Energie, künstlerisches Niveau, Einsatzbereitschaft und Großmut schätzen konnten, bleibe er präsent.

Für Österreichs Kulturminister Josef Ostermayer hat Boulez „die Musikwelt revolutioniert“. Der Künstler habe sein Publikum weltweit fordern und begeistern können. Die Salzburger Festspiele hatten Boulez 2015 zum 90. Geburtstag einen Schwerpunkt gewidmet.

Der Präsident der Biennale von Venedig, Paolo Baratta, würdigte Boulez als „Bezugspunkt für eine ganze Generation“. 2012 hatte der Komponist dort den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk erhalten.

Der Intendant des Festspielhauses Baden-Baden, Andreas Mölich-Zebhauser, nannte Boulez einen „immer befreundeten Wächter über die Qualität unseres Programms“. Boulez habe nicht weit vom Festspielhaus gewohnt. „Es war bewegend mitzuerleben, wie er in den letzten Jahren immer mehr Interesse an den Werken vieler musikalischer Epochen fand, die in seinem Leben bis dato keine Hauptrolle gespielt hatten“, sagte Mölich-Zebhauser der Deutschen Presse-Agentur. Für SWR-Intendant Peter Boudgoust steht der Name Boulez „für die zeitgenössische Musik wie kaum ein Zweiter. Er hat Generationen von Musikern und Musikliebhabern beflügelt, als Dirigent und als Komponist gleichermaßen.“

dpa

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