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Kultur im Rest der Welt Lyriker Jan Wagner nimmt Büchner-Preis entgegen
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12:02 28.10.2017
Der Schriftsteller Jan Wagner wird mit dem renommierten Georg-Büchner-Preis 2017 ausgezeichnet. Quelle: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild
Darmstadt

Die Jury bescheinigt ihm „poetische Sprachkunst, die unsere Wahrnehmung ebenso schärft wie unser Denken“: Der Lyriker Jan Wagner bekommt in Darmstadt den renommierten Georg-Büchner-Preis 2017 überreicht.

Die Auszeichnung ist mit 50 000 Euro dotiert und gilt als wichtigste Ehrung deutschsprachiger Literatur. Die Verleihung ist der Abschluss der dreitägigen Herbsttagung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Letzter Träger der Auszeichnung mit Schwerpunkt Lyrik war 2014 Jürgen Becker.

Wagner ist einer der großen poetischen Zauberkünstler unserer Zeit. Er ist ein Lyriker, der schwierigste Formen leichtfüßig beherrscht und damit anspruchsvoller Dichtung ein großes Lesepublikum erschlossen hat“, meinte Akademie-Präsident Heinrich Detering (57).

Das Werk Wagners (46), der in Berlin lebt, umfasst auch Essays und Kritiken, Anthologien und Übersetzungen zeitgenössischer englischsprachiger Lyrik. 2001 erschien mit „Probebohrungen im Himmel“ sein lyrisches Debüt. Seine Gedichte wurden in rund 30 Sprachen übersetzt; er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Die Jury begründete auch, Wagners Gedichte ließen „Augenblicke entstehen, in denen sich die Welt zeigt, als sähe man sie zum ersten Mal“. Dem Hessischen Rundfunk (hr2-kultur) sagte Wagner dazu: „Es gibt kein Geheimrezept, weil jedes Gedicht einen neuen Weg bietet. Das ist das Herrliche beim Schreiben von Gedichten, dass man nie weiß, auf welchen Wegen man beim nächsten Mal zu einem Text gelangt, der einen selbst überrascht und begeistert, und der einen selbst die Sprache und die Welt neu wahrnehmen lässt.“

Neben dem Büchner-Preis werden noch zwei weitere Auszeichnungen übergeben, die mit jeweils 20 000 Euro dotiert sind. Die Historikerin Barbara Stollberg-Rilinger (62), Professorin an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, bekommt den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa. Sie habe „ein neues Bild vom frühneuzeitlichen Heiligen Römischen Reich und seiner in Symbolen und Ritualen verwirklichten Verfassung entwickelt“, meinte die Jury zu der Wahl. Zu ihren Veröffentlichungen zählen „Des Kaisers alte Kleider. Verfassungsgeschichte und Symbolsprache des Alten Reiches“ (2008/2013) sowie „Maria Theresia. Die Kaiserin in ihrer Zeit. Eine Biographie“ (2017).

Mit dem Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay wird Jens Bisky ausgezeichnet. Er sei „einer der maßgeblichen öffentlichen Intellektuellen in Deutschland. Sein kritischer Journalismus hat über Fragen von Literatur, Kunst und Kultur hinaus immer gesellschaftliche Zusammenhänge im Blick“, meinte die Jury. Der 51-Jährige ist Feuilletonredakteur der „Süddeutschen Zeitung“. Zu seinen Buchveröffentlichungen zählen „Kleist. Eine Biographie“ (2007) sowie „Unser König: Friedrich der Große und seine Zeit - ein Lesebuch“ (2011).

dpa

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