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Kultur im Rest der Welt May mischt sich in Debatte um Bettler ein
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17:52 04.01.2018
Die Welt wird im Mai nach Windsor schauen, wenn der britische Prinz Harry und die US-amerikanische Schauspielerin Meghan Markle heiraten. Quelle: Dominic Lipinski
London/Windsor

Die britische Premierministerin Theresa May hat sich in die Debatte um Obdachlose und Bettler auf den Straßen von Windsor bei der anstehenden Royal-Hochzeit eingemischt.

Ein Kommunalpolitiker hatte gefordert, vor der Hochzeit von Prinz Harry (33) und Meghan Markle (36) am 19. Mai, Bettler und Obdachlose mit Hilfe der Polizei aus der Stadt zu verbannen.

„Ich bin nicht einverstanden mit den Äußerungen, die der Ratsvorsitzende gemacht hat“, sagte May bei einem BBC-Interview am Donnerstag. Simon Dudley hatte in mehreren Tweets und einem Brief an den lokalen Polizeichef die Sorge zum Ausdruck gebracht, Obdachlose im Straßenbild könnten „eine schöne Stadt in einem leider unvorteilhaften Licht erscheinen lassen“.

Vor allem Bettler würden eine „besorgniserregende und feindselige Atmosphäre“ schaffen für Bewohner und „die sieben Millionen Touristen, die jedes Jahr nach Windsor kommen“, schrieb der konservative Vorsitzende des Kommunalparlaments von Windsor und Maidenhead.

Dabei betonte er, dass viele Bettler in der Stadt seiner Ansicht nach nicht wirklich obdachlos seien. Die Restlichen hätten Dudley zufolge „alle Unterstützungsangebote“ abgelehnt. Geht es nach ihm, soll unter anderem ein Gesetz aus dem Jahr 1824 genutzt werden, das das Übernachten im Freien und Betteln unter Strafe stellt.

May schlug stattdessen vor, lokale Behörden sollten mit der Polizei zusammenarbeiten, um Unterkünfte für die Obdachlosen zu finden. Gegen aggressives Betteln müsse vorgegangen werden. May ist die Abgeordnete im Parlament für den betroffenen Wahlkreis Windsor and Maidenhead.

Hilfsorganisationen zeigten sich über Dudleys Vorstoß empört. Murphy James vom Windsor Homeless Project bezeichnete die Äußerungen dem „Guardian“ zufolge als „abscheulich“. Obdachlose würden nicht aus freien Stücken auf der Straße schlafen, sondern weil „etwas schief gelaufen“ sei.

Obdachlose zu kriminalisieren sei nicht die Antwort, sagte der Gründer der Obdachlosenzeitschrift „The Big Issue“, John Bird. „Ich habe keinen Zweifel, dass Harry und Meghan auch darum besorgt sind, dass das Problem in einer Weise angegangen wird, die echte und nachhaltige Veränderung im Leben obdachloser Menschen bewirkt.“

Prinz Harry und Meghan Markle wollen am 19. Mai auf Schloss Windsor heiraten. Sie sind beide sozial engagiert. Harry tritt immer mehr in die Fußstapfen seiner verstorbenen Mutter Prinzessin Diana, die sich besonders für Obdachlose einsetzte. Der Palast wollte die Angelegenheit auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur zunächst nicht kommentieren.

dpa

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