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Musikfestivals auf neuen Wegen

Wein-Seminar statt Dosenbier Musikfestivals auf neuen Wegen

Schlamm, dreckige Dixie-Klos, aber Partystimmung - das verbinden die überwiegend jungen Besucher mit „Rock am Ring“ und anderen Festivals. Da mit dem Alter die Ansprüche steigen, erproben die Veranstalter alternative Konzepte.

„A Summer's Tale“ 2016 in der Lüneburger Heide.

Quelle: Axel Schilling/fkp Scorpio

Luhmühlen. Es soll ein Sommermärchen werden, ein kurzer Abenteuertrip in die Natur mit Sport, Kultur, Entspannung - und hochkarätigen Musik-Acts. Zum dritten Mal lädt der Veranstalter FKP Scorpio in Luhmühlen in der Lüneburger Heide zum Festival „A Summer's Tale“.

Vom 2. bis 5. August können die Besucher zwischen 30 Workshop-Angeboten wählen - vom Fährtenlesen, über ein Wein-Seminar bis hin zu Plattdeutsch, Yoga und japanischer Teezeremonie. Auf dem Programm stehen auch Lesungen sowie ein Poetry Slam. Die Headliner auf den Musikbühnen sind die Pixies, PJ Harvey und Franz Ferdinand - also Indie-Künstler, deren Durchbruch teils schon 20 Jahre zurückliegt, die aktuell aber selten in Deutschland zu sehen sind.

„„A Summer's Tale“ hat ein komplett neues Konzept“, sagt Stephan Thanscheidt, Geschäftsführer von FKM Scorpio. „Der Anspruch an Standard und Komfort wird immer größer. Man kann nicht mehr für ein Festival bloß auf einen Acker eine Bühne setzen und einen Zaun drum ziehen.“ FKM Scorpio veranstaltet mehr als 25 Festivals in sieben Ländern, darunter das „Hurricane“ im niedersächsischen Scheeßel und das „Southside“ in Neuhausen in Baden-Württemberg, die jährlich zusammen etwa 120 000 Besucher anlocken. Auch bei diesen großen Events wird Thanscheidt zufolge das Thema „Green Camping“ mit Müllvermeidung und Ghettoblaster-Verbot immer wichtiger.

Nach Einschätzung des Bundesverbandes der Veranstaltungswirtschaft gibt es in Deutschland mehr als 250 Festivals, eventuell sogar über 300. „Wer ein neues Festival etablieren will, muss eine Nische finden“, sagt der Verbandspräsident Jens Michow. Sehr erfolgreich sei zum Beispiel das „Parookaville“ in Weeze an der deutsch-niederländischen Grenze. Das Electronic-Dance-Festival hatte seine Premiere 2015, die 80 000 Karten für Juli 2017 waren im Nu ausverkauft. Das Konzept basiert darauf, dass sich der ehemalige Militärflughafen für die Festivaltage in ein Dorf verwandelt mit Schwimmbad, Postamt, einer Kirche zum Heiraten und diesmal erstmals einem Gefängnis.

In der Festivallandschaft werde auch der neue Bereich Family Entertainment weiter wachsen, prognostiziert Michow. „Es geht darum, die Zielgruppen zu erweitern, also nicht nur die 20- bis 50-Jährigen, sondern auch die 15- bis 75-Jährigen zu begeistern.“ Bei „A Summer's Tale“ wird selbst den Jüngsten Programm geboten - mit Kinderbands, einem Theaterstück und einem Kinderzelt zum Toben und Basteln. Die Angebote richten sich teils schon an Vorschulkinder, allerdings können die Kleinen nicht zur Betreuung abgegeben werden, wie die Organisatoren betonen. Die Eltern bleiben verantwortlich. Ein Familien-Tagesticket mit Camping kostet 234 Euro. 12 000 Besucher kamen 2016 an den vier Festivaltagen.

Ungewöhnlich viele Kinder und eine besondere, entspannte Atmosphäre gibt es auch beim „Haldern Pop“ am Niederrhein - und das schon seit 34 Jahren. Das Indie-Festival wurde einst von katholischen Messdienern in dem verschlafenen Dorf gegründet und inzwischen unter anderem als bestes Kleinfestival in Europa ausgezeichnet. „Am Anfang wurden wir belächelt, jetzt ist „Haldern Pop“ für viele zu einem Ritual geworden“, sagt der Booker Stefan Reichmann. Die 7000 Karten sind stets sofort ausverkauft, inzwischen haben die Macher mit „Kaltern Pop“ einen Partner in Südtirol.

Die Magie erklärt sich nach Überzeugung des Mitgründers Reichmann auch damit, dass das „Haldern Pop“ zwischen Kühen und See nie größer geworden ist. Das Festival hat mit der Dorfkirche und einem Spiegelzelt ungewöhnliche Spielorte. Kinderprogramm oder zusätzliche Workshops wie zum Beispiel Yoga gibt es nicht. „So etwas passiert bei uns spontan auf dem Zeltplatz“, sagt Reichmann.

dpa

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