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Neue Herausforderungen für Buchbranche

Frankfurt/Main Neue Herausforderungen für Buchbranche

Die Buchbranche diskutiert in Frankfurt über ihre Zukunft. Auch ein aktuelles Thema auf der Messe ist allgegenwärtig.

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Noch ist die Buchmesse den Fachbesuchern vorbehalten.

Quelle: Fredrik von Erichsen

Frankfurt. Herausgefordert vom digitalen Wandel, einer rückläufigen Leserschaft und neuen Bedrohungen für das freie Wort trifft sich die internationale Buchbranche seit Mittwoch auf der 67. Frankfurter Buchmesse.

Auf der weltweit größten Plattform für Autoren, Verleger, Kritiker und Literaturagenten sind mehr als 7000 Aussteller aus rund 100 Ländern präsent. Auch das Thema Flüchtlinge ist allgegenwärtig.

„Die Welt ist in Aufruhr“, sagte Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, am Dienstagabend bei der Eröffnung. In Europa werde das sichtbar in Hunderttausenden Flüchtlingen. In Diskussionen ging es am Mittwoch um Kulturarbeit in Flüchtlingslagern ebenso wie um die Willkommenskultur in Deutschland.

Viele Kinder und Jugendliche seien unter den Flüchtlingen, die nach Deutschland kommen. „Wir können diese Flüchtlingskinder willkommen heißen und ihnen zugleich eine Chance für ihr weiteres Leben geben - dabei bildet Bildung ein zentrales Element einer sinnvollen Willkommenskultur“, hieß es auf einer Veranstaltung der von der Buchmesse mitgegründeten LitCam, einer Organisation für Bildungsgerechtigkeit.

„Unsere Aufgabe ist es nicht, alles zu tolerieren, aber unsere Aufgabe könnte es sein, Toleranz zu vermitteln. Bücher leisten dafür einen zentralen Beitrag“, sagte Riethmüller. „Literatur bereitet in ihrer Vielfalt den Boden für die nötige und notwendige Toleranz.“

Die Zahl der Leser in Deutschland ist nach einer Untersuchung des Börsenvereins leicht rückläufig. Demnach lesen 83 Prozent der Deutschen Bücher - die Zahl sei damit innerhalb von sieben Jahren um sieben Prozentpunkte zurückgegangen. Die Zahl der Buchkäufer stieg dagegen im genannten Zeitraum leicht von 57 auf 59 Prozent. Lesen ist eindeutig eine Domäne der Frauen: 63 Prozent haben im letzten Jahr mindestens ein Buch gekauft, aber nur 54 Prozent der Männer. Gelesen wird zu 79 Prozent zur Unterhaltung, aus Vergnügen oder Passion.

Auf dem Markt der Self-Publisher - Autoren, die ihre Bücher ohne Verlag veröffentlichen - wird der Kampf härter. Problematisch für die Szene sei, „dass der Kuchen nicht größer wird“, sagte Johannes Monse von Ruckzuckbuch, der für das Veranstaltungsprogramm in der Self-Publishing-Area der Buchmesse verantwortlich ist. Die Zahl der Leser wachse lange nicht so stark wie die der Autoren. Self-Publisher seien im Mainstream angekommen. Neben den klassischen Genres Erotik und Fantasy etablieren sich weitere Themenfelder. „Sachbuchtitel nehmen rasant zu“, sagte Monse.

Die Chefin der Hugendubel-Gruppe, Nina Hugendubel, erwartet weiterhin deutliches Wachstum beim E-Book. „Wir gehen davon aus, dass es einen Anteil von etwa 15 Prozent erreichen kann.“ Wichtig sei für die Buchhändler, dass sie über ihre Filialen beim gedruckten Buch und übers Internet beim digitalen Buch vertreten seien.

Bis zum Freitag ist die Buchmesse Fachbesuchern vorbehalten. Am Wochenende hat dann auch das allgemeine Publikum Zugang. Insgesamt werden bis zu 300 000 Besucher erwartet. Ehrengast in diesem Jahr ist Indonesien.

Ihren Preis für die beste internationale Literaturverfilmung vergab die Frankfurter Buchmesse an US-Regisseur Todd Haynes (54) für den Film „Carol“. Er beruht auf dem 1952 erschienenem Roman „The Price of Salt“ (deutscher Titel: „Carol oder Salz und sein Preis“) von Patricia Highsmith (1921-1995). Die mit Cate Blanchett (46) und Rooney Mara (30) besetzte Produktion lief in diesem Jahr im Wettbewerb der Filmfestspiele in Cannes. Der Preis soll am 20. Oktober bei der Deutschlandpremiere in Berlin verliehen werden.


Buchmesse

dpa

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