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Kultur im Rest der Welt Obdachlose feiern Weihnachten mit Frank Zander
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13:39 21.12.2012
Frank Zander wird von einem Gast in den Arm genommen. Foto: Laurin Schmid
Berlin

Was er, Sohn Marcus und etwa 200 Helfer und Sponsoren am Mittwoch auf die Beine stellten, war jedoch wieder einmal etwas Besonderes. Im Berliner Estrel Hotel veranstaltete Zander wieder ein Weihnachtsfest, das 2800 Obdachlose und andere arme Menschen zumindest für einige Stunden ihre Sorgen vergessen ließ.

Fünf Doppeldecker-Busse brachten die Gäste in das Neuköllner Hotel, wo Zander mit Handschlag sie begrüßte; unter ihnen auch viele Kinder und Rentner, die zum Teil mit leeren Einkaufstaschen kamen. Kein Wunder, denn Geschenke gab es reichlich. In einer Ecke des großen Saals türmten sich Spielzeugberge. Außerdem hatten etliche Helfer für jeden Gast einen Beutel gepackt - mit Kalendern, Keksen, Krimis, Schals, Pflaster und anderen Sponsorengeschenken.

Auf den Tischen im Saal türmten sich Stollen, Plätzchen und Pfannkuchen. Da blieb kaum noch Platz für die Gänsekeulen mit Rotkohl und Klößen, die wieder von Prominenten serviert wurden. Boxer Graciano Rocchigiani, Grünen-Chef Cem Özdemir und Berlins Sozialsenator Mario Czaja (CDU) zählten zu den Helfern, die Teller aus der Küche von Chefkoch Peter Griebel auftrugen. Um Engpässe zu vermeiden, habe er die polnischen Keulen diesmal schon im Sommer bestellt. „Hinzu kommen etwa 6000 Knödel, 250 Liter Soße und 680 Kilo Rotkohl“, ergänzte Griebel.

„Es ist ein Essen, das ich mir sonst nicht leisten kann“, sagte der 52-jährige Obdachlose Frank. Seit Jahren komme er zu Zanders Fest, weil es so gemütlich sei. Was er sich für Weihnachten wünscht? „Eigentlich würde ich gern mit meiner Familie zusammen sein. Doch meine Eltern interessieren sich nicht für uns sechs Kinder“, sagt der Berliner, der seit drei Jahren auf der Straße lebt. Nach sechsmonatiger Haft habe er nicht mehr Fuß fassen können.

Aus Sicht von Robert Veltmann von der Gebewo gGmbH, die unter anderem die Berliner Kältehilfe organisiert, ist das Fest „ein wichtiges Zeichen dafür, dass man an die Wohnungslosen denkt“. Die Lage der Betroffenen habe sich vor allem in den vergangenen drei Jahren verschärft. In Berlin gebe es immer weniger freie Wohnungen. Er schätzt die Zahl der Wohnungslosen derzeit auf rund 11 000, viele von ihnen lebten in Heimen. Etwa 500 Personen hätten gar kein Dach über dem Kopf.

Sogar für die Zigarre nach dem Festschmaus war gesorgt. „Wir spenden über 750 Pfeifen, 6000 Zigarillos und zehn Kilo Tabak“, sagte Nils Thomsen vom Tabakskollegium Berlin. Gleich nebenan gab es einen weiteren Service: Etwa 20 Friseure verschönerten die Gäste gratis.

Zanders Feier war bereits das 18. Fest. Er freue sich, dass seinem Beispiel nun auch in anderen Städten gefolgt werde, wie etwa in Dresden oder Köln. „Wenn die Kraft bleibt, kann ich noch locker zehn Jahre weiter machen“, sagte der 70-Jährige. Jetzt müsse er sich aber erst einmal erholen. „Weihnachten werde ich am Meer sein. Das ist meine Belohnung“, ergänzte Zander, der eine Wohnung auf Ibiza hat.

dpa

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