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Kultur im Rest der Welt Ober-Karnevalist: Steigende Auflagen bedrohen das Brauchtum
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14:02 06.02.2018
Polizisten patroullieren rund um den Mainzer Fastnachtsbrunnen, während die Narren den Beginn der Karnevals-Saison feiern. Quelle: Frank Rumpenhorst
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Bexbach

Deutschlands Oberkarnevalist Klaus-Ludwig Fess sieht in den höheren Sicherheitsauflagen bei Narrenumzügen und den damit einhergehenden Kosten eine Gefahr für das Brauchtum.

Gerade im ländlichen Raum und mittleren Städten „erdrückten“ Zusatzkosten wegen Vorkehrungen zur Terrorabwehr die Vereine, sagte der Präsident des Bundes Deutscher Karneval (BDK) im saarländischen Bexbach der Deutschen Presse-Agentur. Mancherorts stehe der Umzug auf der Kippe, anderenorts sei er abgesagt worden, weil die Kosten nicht finanzierbar seien.

Die verschärften Auflagen sehen unter anderem vor, dass an Kreuzungen und Zufahrtswegen Sperren - Wassertanks, Poller oder Container mit Sand gefüllt - aufgebaut würden. Hinzu kommen zusätzliche Kräfte, die diese Stellen bewachen müssten, sagte Fess. Für einen Verein könnten so schon mal Mehrkosten von 3000 bis 4000 Euro entstehen, die je nach Größe „an die Existenz“ gingen. Er forderte, dass die Ausrichter bei den Veranstaltungen finanziell unterstützt werden müssten.

Manche Kommunen täten das: Beispielsweise im Saarland gebe es Städte wie Bexbach, die Veranstalter seien, der Verein dann der Ausrichter. „Somit tragen die Auflagen die Kommunen.“ In anderen Regionen Deutschlands gebe es Kommunen, die ganz außen vor blieben - nach dem Motto „Macht Euren Umzug doch alleine“, berichtete Fess. „Diese Entwicklung ist regional sehr bedrohlich für unsere Bräuche und für unsere Traditionen.“

Daher will Fess in diesem Sommer einen Runden Tisch mit Bund, Ländern und Kommunen ins Leben rufen. „Der Bund Deutscher Karneval vertritt den Standpunkt, dass Terrorabwehr die ureigene Aufgabe des Staates ist. Das kann nicht einem Verein auferlegt werden.“ Es müsse dringend „eine Kehrtwende“ eingeleitet werden „in der Politik durch die Politik“, forderte der BDK-Präsident. „Ansonsten werden wir da Riesenprobleme bekommen, dass die Ausübung unserer Bräuche und unsere Traditionen verloren gehen“, sagte er.

Zudem sagte Fess, ein übermäßiger Alkoholkonsum zu Fastnacht habe „nichts mit dem Brauchtum“ zu tun, ebenso wenig wie eine wachsende „Partykultur“ rund um Narren-Veranstaltungen. „Da müssen wir uns klipp und klar abgrenzen.“

Der BDK vertritt mehr als 2,6 Millionen Menschen, die in mehr als 5300 Mitgliedsvereinen und 35 Regionalverbänden organisiert sind.

dpa

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