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„Panik City“: Virtueller Lindenberg im Udoversum

Museum „Panik City“: Virtueller Lindenberg im Udoversum

Mit einem goldenen Trabant fährt Udo Lindenberg auf der Reeperbahn vor. Sein besonderes Exemplar des „DDR-Volkswagens“ steht künftig an einem Platz für „udomanische Experimente“. Im Herbst startet die „Panik City“ als besonderes Museum mit „Virtual Reality und Panic History“.

Udo Lindenberg in action.

Quelle: Christian Charisius

Hamburg. Rockstar Udo Lindenberg (71) zieht's dauerhaft zum Kiez -  mit einer „Panik City“ auf der Hamburger Reeperbahn. In der „Udo Lindenberg Experience“ will er von Herbst an Fans in seine Welt eintauchen lassen – auf einer Tour mit virtuellem Udo als ganz persönlichem Panik-Paten an der Seite.

„Udomanische Experimente“ kündigte er an, mit „Experten für Virtual Reality und Panic History“. Das Millionenprojekt soll mit hohen Panoramawänden und modernster Technik im Klubhaus St. Pauli entstehen. Dort fuhr Lindenberg am Mittwochabend gleich mal im goldenen Trabant vor, um die Zeitreise anzukündigen.

Sein ganz besonderes Exemplar des „DDR-Volkswagens“ wechselt dann von der Tiefgarage seiner Dauerherberge, dem Hamburger „Hotel Atlantic“, zu der von ihm legendär besungenen „geilen Meile“ auf St. Pauli. Zwischen echten Ausstellungsstücken soll es zu den wichtigsten Stationen seiner Karriere in West wie Ost aber vor allem audiovisuell gehen. „Das wird kein Museum und keine Memory-Show, sondern ein Flug durch das Udoversum aus Hightech und Hightext, Multimedia und Magie“, sagte Lindenberg der Deutschen Presse-Agentur. Ein Museum schwebte ihm seit Jahren vor - nun sollen die Fans durch Raum und Zeit „schweben“.

Auf 700 Quadratmetern können Besucher durch panische Zeiten reisen: ob per Drohnenflug über seine Geburtsstadt Gronau, mit dem Sonderzug nach Pankow, im Taxi durch seine Wahl-Heimat Hamburg zum „Atlantic“ oder mit dem „Udo-Ufo“ über voll besetzte Stadien. Die Macher setzen dabei vor allem auf Virtual Reality und Augmented Reality, die Inhalte aus der realen Welt mit virtuellen Inhalten kombiniert. „Der virtuelle Udo nimmt die Leute an die Hand und führt sie durch den Panik-Kosmos“, erläuterte Lindenberg sein Vorhaben, das ausschließlich privat finanziert wird.

In Gruppen von 20 Besuchern starten die einstündigen Touren. „Das wird kein Verweilen beim Bilderbetrachten, sondern eine Erlebniswundermaschine, durch die man schwebt“, sagte der Musiker. Es gebe auch Ausstellungsstücke: von der Platin-Platte bis zum Gold-Trabi. Statt Sonnenbrille wie er aber tragen die Fans Multimedia-Brillen, um sich an Stationen seines Lebens beamen zu lassen – Treffen mit Udos alten Klassenkameraden, Wegbegleitern und Zeitzeugen inklusive. Es geht noch einmal in die DDR, wo der Star aus dem Westen im Ost-Berliner Palast der Republik sang und wo sich Stasi-Akten über ihn stapelten, und ins Kunstatelier, wo er die von ihm erfundenen „Likörelle“ malt.

Auch ein Udo-Hologramm ist geplant. „Man kann mir Fragen stellen, in der Maske und beim Catering dabei sein oder mit mir im knallevollen Stadion auf die Bühne gehen, "Reeperbahn" singen und gleich aufnehmen lassen“, erzählte Lindenberg. Bald fünf Jahrzehnte dauert seine Karriere, er wurde vom Pionier zum Paten der deutschsprachigen Rockmusik, sang schon früh und immer wieder gegen die Teilung Deutschlands („Mädchen aus Ost-Berlin“) und macht sich seit langem stark gegen Rechts und für eine „Bunte Republik Deutschland“. Sein politisches Engagement ist ebenfalls Thema in der „Panik City“.

„Es soll ja so außerirdische Lebensformen geben, die überall gleichzeitig existieren“, schrieb Lindenberg kurz nach der Ankündigung seines Vorhabens auf Facebook. So ungefähr stelle er sich das auch für die Nachtigall, wie er sich immer nennt, vor. „Die highligen Panikgeister halten Einzug auf Kiez, yeah!“, jubelte er und zog danach gleich mal auf die Bühne des benachbarten „Schmidts Tivoli“. Dessen Theaterchef, Unternehmer Corny Littmann, sowie Produzent und Gastronom Axel Strehlitz gehören zu den Betreibern des Klubhauses St. Pauli und verwirklichen gemeinsam mit Lindenberg das Projekt. 

Er fühle sich geehrt, sagte Lindenberg, und freue sich auf die Reeperbahn, der er selbst musikalisch ein Denkmal gesetzt hat und wo ihm ein Stern auf dem Gehweg vorm ehemaligen „Café Keese“ gewidmet ist. In großen roten Buchstaben leuchte der Schriftzug „Panik City“ nun erstmals auf der LED-Fassade des 2015 eröffneten Klubhauses. „Ritze, Docks, Große Freiheit – der Kiez, das ist doch mein echtes Zuhause.“ Im Sommer fällt im Operettenhaus an der Reeperbahn der letzte Vorhang für sein Musical „Hinterm Horizont“ - dann geht’s für Fans nebenan in der „Panik City“ weiter.

dpa

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