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Kultur im Rest der Welt Regisseur Ostermeier hielt nicht viel von Lars Eidinger
Nachrichten Kultur Kultur im Rest der Welt Regisseur Ostermeier hielt nicht viel von Lars Eidinger
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11:12 14.10.2017
Lars Eidinger musste sich in der Berliner Schaubühne erst beweisen. Inzwischen zollt ihm auch der künstlerische Leiter Thomas Ostermeier Respekt. Quelle: Kay Nietfeld/dpa
New York

Nichts jede Arbeitsbeziehung beginnt mit gegenseitiger Wertschätzung: Der Theaterregisseur und künstlerische Leiter der Berliner Schaubühne, Thomas Ostermeier (49), hat anfangs nicht viel vom Talent des Schauspielers Lars Eidinger (41) gehalten.

„Als er in unser Ensemble kam, war ich überhaupt nicht davon überzeugt, dass er ein guter Schauspieler ist“, sagte Ostermeier bei einer Diskussionsveranstaltung an der Brooklyn Academy of Music (BAM) in New York. „Dann habe ich ihn in einer kleinen Rolle gesehen und dachte, wie interessant es ist, dass dieser Typ es schafft, aus einer kleinen Rolle einen so großen Auftritt zu machen“, erzählte der Regisseur.

Kurz darauf habe er ihn dann als Hamlet eingesetzt. „Wir haben auch in der selben Gegend in Berlin gewohnt und sind also jeden Tag zusammen zur Probe und auch wieder zusammen nach Hause gegangen. Jahrelang haben wir uns dabei über das Theater und das Leben unterhalten - und jetzt haben wir so eine Beziehung, als wäre ich sein älterer Bruder.“

Inzwischen arbeiten Ostermeier und Eidinger regelmäßig zusammen, unter anderem an dem Stück „Richard III“, das derzeit für einige Tage an der BAM in New York gezeigt und von Kritikern und Publikum gefeiert wird. Es ist bereits das fünfte Stück von Ostermeier, das ein Gastspiel an der BAM bekommen hat.

Hauptdarsteller Eidinger improvisierte bei der Vorstellung am Donnerstagabend (Ortszeit) ausgiebig und unterhielt sich mit dem Publikum. „Warum kommt Ihr denn jetzt erst? Verkehrsprobleme?“, fragte er einige zu spät gekommene Theatergäste. „Da ist jemand in der ersten Reihe eingeschlafen - aufwachen!“, witzelte er später, zitierte den Rapper Eminem („der zeitgenössische Shakespeare“) oder forderte das Publikum erfolgreich zum Mitsprechen auf. „Wow! In Deutschland machen die Leute da nie mit.“

dpa

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