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Schauspielerin Jeanne Moreau gestorben

Abschied Schauspielerin Jeanne Moreau gestorben

Jeanne Moreau hat in ihrer Rolle als „Femme fatale“ Publikum und Regisseure fasziniert. Als Schauspielerin, die das Kino in seiner Komplexität verkörperte, würdigte sie Frankreichs Staatschef.

Jeanne Moreau 2003 vor Beginn des "European Film Awards 2003" in Berlin.

Quelle: Soeren Stache

Paris. Für Jeanne Moreau war das Kino keine Karriere, sondern ein Leben. Im Alter von 89 Jahren ist die französische Leinwanddiva in der Nacht zum Montag in Paris gestorben, wie das Büro ihres Agenten bestätigte.

Die für ihre rauchige Stimme bekannte Französin hat in ihrer jahrzehntelangen Karriere mehr als 120 Filmen gedreht. Sie gehöre zu jenen, die allein in ihrer Person ihre Kunst zu vereinen scheinen. Mit ihr ist eine Künstlerin gegangen, die das Kino in seiner Komplexität und seinen Anforderungen verkörpert habe, würdigte Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron die Schauspielerin.

Die Liste der Regisseure, mit denen Moreau gearbeitet hat, ist lang, angefangen von Louis Malle, François Truffaut, bis hin zu Wim Wenders, Orson Welles und Michelangelo Antonioni. Ihren Durchbruch schaffte sie mit dem Krimi „Fahrstuhl zum Schafott“ des Franzosen Louis Malle. Mit ihrer Rolle als freiheitsliebende Frau in der Dreiecksgeschichte „Jules und Jim“ von François Truffaut erreichte sie einen internationalen Ruf.

Moreau gehörte zu den Stammgästen großer Filmfestivals, darunter Cannes und Berlin. Für ihr Lebenswerk erhielt die gebürtige Pariserin im Jahr 2000 auf der Berlinale den Goldenen Bären. Begründung: Mit ihrem unverwechselbaren Spiel von Intellektualität und Leidenschaft habe sie in zahlreichen Rollen ihr großes schauspielerisches Können bewiesen.

Liebende, Hure, Nonne, „Femme fatale“ und Königin: Moreau hat so ziemlich alles gespielt. Ihre Verwandlungsfähigkeit nannte Joseph Losey, einer ihrer vielen Regisseure, ein Wunder: „Sie ist eine Frau, die sich einer Unzahl von Hindernissen gegenüber sieht und sie überwindet, indem sie all ihre Fähigkeiten einsetzt.“ Sie werde von einer Art inneren Energie angetrieben, die sie nicht kontrollieren könne, sagte Moreau in einem ihrer Interviews. Für sie sei das Kino keine Karriere, sondern ein Leben, erklärte sie ihren Erfolg.

Moreau hat nicht nur auf der Leinwand den Männern den Kopf verdreht. Sie habe viele Männer verführt, wie sie einst sagte. Dabei habe sie sich immer für Männer mit Talent interessiert. Zu ihnen gehörten auch Malle und Truffaut. Den Bund der Ehe schloss sie mit den Regisseuren Jean-Louis Richard („Schule des Begehrens“) und William Friedkin („Der Exorzist“). Beide Ehen waren nur von kurzer Dauer.

Erstmals stand die Tochter einer britischen Tänzerin und eines französischen Gastronomen 1948 vor der Kamera. Sie arbeitete mit den größten Stars. Als gelangweilte und frustrierte Gattin spielte sie an der Seite von Jean-Paul Belmondo unter Peter Brook in der Duras-Verfilmung „Stunden voller Zärtlichkeit“ und als Partnerin von Marcello Mastroianni in „Die Nacht“ von Michelangelo Antonioni.

Viel gefragt war sie auch bei deutschen Filmemachern. Rainer Werner Fassbinder holte sie als Puffmutter für „Querelle - Ein Pakt mit dem Teufel“ vor die Kamera und Wim Wenders für „Bis ans Ende der Welt“. Im Jahr 1976 gab sie mit dem Film „Lumière“ über die Lebensgeschichten von vier Freundinnen ihr Regiedebüt. Mit ihrer heiseren und rauchigen Stimme war Moreau in Frankreich auch als Sängerin bekannt.

Moreau, am 23. Januar 1928 in Paris geboren, wurde mit zahlreichen Theater- und Filmpreisen geehrt. Neben der Auszeichnung als beste Darstellerin in Cannes verlieh ihr das Festival 2004 auch die Goldene Palme für ihr Lebenswerk. Ein Leben ohne die Schauspielerei konnte sich Moreau nicht vorstellen. „Ich höre erst auf, wenn ich tot bin“, sagte Moreau einst in einem Interview.

dpa

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