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Kultur im Rest der Welt Scheiden tut weh - Scorpions proben Abschied
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13:13 21.12.2012
Klaus Meine in der Olympiahalle in München. Foto: Frank Leonhardt
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München

ste. Es sei „nicht die Final Tour, aber die Final Sting Tour“, ruft Sänger Klaus Meine den Fans atemlos zu. Die Band werde sich nicht trennen. Aber: „Vielen Dank für die wunderschönen Jahre mit Euch!“ Das klingt wieder nach Abschied - und lässt alles offen. Kameras zeichnen das Konzert auf - Erinnerungsbilder? „Wir drehen einen Scorpions-Film, der irgendwann im nächsten Jahr herauskommen soll.“

Das teilweise angegraute Publikum ist teils von weit angereist - wie etwa die Autokennzeichen verraten -, um die Scorpions ein vielleicht letztes Mal zu sehen. Immerhin hatte die Band 2010 angekündigt, sie denke an das Ende der Karriere und plane dazu eine mehrjährige weltweite Tour. Mit 64 Jahren sind Meine als Frontman und Band-Gründer Rudolf Schenker inzwischen praktisch auch im Rentenalter. Doch von Müdigkeit keine Spur; sie lassen den Fans bei dem zweistündigen Nonstop-Programm kaum Zeit für Applaus.

„The Zoo“, „The Best Is Yet To Come“, „Holiday“, „We'll Burn The Sky“ - ohne Pause folgt ein Song dem anderen, ein Feuerwerk wie die Bühnenshow. Funken und Stichflammen schießen meterhoch, Feuerkugeln schweben über der Bühne, die in wechselnde Farben eintaucht. Dahinter Videoeinspielungen mit wilden, ironischen Szenen, von früheren Auftritten - oder live.

Wenn die Kamera heranzoomt, zeigt sie, dass die Männer auf der Bühne nicht mehr 20 sind. Doch Meines Stimme ist kraftvoll und klar. Nichts lässt ahnen, dass er vor 30 Jahren kurzzeitig die Stimme verlor. Schenker und die Band hielten unerschütterlich zu ihm; nach Stimmbandoperationen, Gesangstherapie und Monaten der Ungewissheit stand er wieder am Mikrofon - laut Kritikern sogar mit mehr Stimmumfang.

Schenker hat die Scorpions Mitte der 60er Jahre gegründet, mit dem Einstieg von Klaus Meine als Sänger zur Jahreswende 1969/1970 startete eine grandiose Erfolgsgeschichte. Die Band hat sich personell kaum verändert. Gitarrist Matthias Jabs (57) ist seit 1979 dabei, Schlagzeuger James Kottak (49) seit 1999, Bassist Pawel Maciwoda, mit 45 Jahren der Jüngste, seit etwa 2004. CDs der Band wurden zuletzt in 47 Ländern verkauft.

Nach dem internationalen Durchbruch in den 70er und 80er Jahren überwindet die Band den Eisernen Vorhang und spielt als eine der ersten internationalen Rock-Bands in der damaligen UdSSR. 1991 empfängt Staatschef Michael Gorbatschow sie im Kreml. Der Song „Wind Of Change“, den Meine im September 1989 schreibt, wird zur Hymne auf den Fall der Mauer. Bei den Klängen gehen in der Olympiahalle mehr als 20 Jahre nach dem Mauerfall die Feuerzeuge an, und als auf den Videoschirmen die Bilder der Menschen flimmern, die sich damals gegenseitig über die Mauer schoben, ist Gänsehaut unvermeidlich.

Den Blick über die Grenzen vergisst Meine auch an diesem Abend nicht: Er erinnert an die Opfer der Bluttat an einer Schule in Connecticut - und widmet ihnen den Song „Send Me An Angel“.

Rund 180 Konzerte weltweit haben die Scorpions seit dem Start der Tournee im Frühjahr 2010 gespielt, allein 80 in diesem Jahr. Da kann man schon mal durcheinanderkommen. Es sei großartig gewesen in Offenbach, sagt Meine über das Konzert zwei Tage zuvor - nein, wie? Offenbach? Oberhausen! „Großer Gott, es ist doch Zeit Schluss zu machen...“

Die Anhänger sehen das anders. „Bitte hört nicht auf“, schreibt ein Fan auf der Homepage der Band, ein anderer bittet: „Can you please come to Lebanon again before ending your tour?“ Und ein dritter schwärmt von dem „Erlebnis, die Scorpions live zu sehen und zu hören - wie guter Wein, nicht älter, sondern immer besser geworden.“

dpa

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