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„Sissi“, Diva und Ikone: Romy Schneider würde 75

Wien/Berlin „Sissi“, Diva und Ikone: Romy Schneider würde 75

„Ich kann nichts im Leben, aber alles auf der Leinwand“, hat sie einmal über sich selbst gesagt: Romy Schneider.

Wien. „Ich kann nichts im Leben, aber alles auf der Leinwand“, hat sie einmal über sich selbst gesagt: Romy Schneider. Die Schauspielerin („Sissi“, „Die Dinge des Lebens“, „Trio Infernal“) wurde an diesem Montag vor 75 Jahren in Wien geboren.

Als eine der charismatischsten Stars der Filmgeschichte ist sie bis heute unvergessen. Sie starb, nach einigen Schicksalsschlägen, am 29. Mai 1982 in Paris - an Herzversagen, mit nur 43 Jahren.

„Für die Deutschen war sie eine Deutsche, für die Franzosen eine Französin und für die Österreicher eine Österreicherin: Romy Schneider gehörte allen und doch niemandem“, analysierte jüngst die österreichische Nachrichtenagentur APA.

Zur Welt kam sie als Rosemarie Magdalena Albach, Tochter des österreichisch-deutschen Schauspieler-Ehepaars Wolf Albach-Retty und Magda Schneider. Nach der Trennung der Eltern verbrachte sie den Großteil der Kindheit bei Berchtesgaden in Bayern im Haus der Mutter.

Gemeinsam mit Mama Magda drehte sie bereits 1953 ihren ersten Film: „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“. An ihrer Seite war ein weiteres Schauspieler-Kind zu sehen: der gleichaltrige Götz George. Der Durchbruch im Filmgeschäft kam für Romy dann 1955 im Alter von 17 Jahren als süße „Sissi“. Als Verkörperung der österreichischen Kaiserin Elisabeth (historisch Sisi) gelangte sie mit drei Filmen zu Weltruhm, oder zumindest europaweiter Bekanntheit.

Der kitschig-kaiserliche Trubel wurde der jungen Aktrice jedoch bald zu viel. Einen vierten „Sissi“-Teil von Regisseur Ernst Marischka lehnte Schneider trotz angebotener Millionengage ab.

Im deutschen Sprachraum kämpfte Schneider in den folgenden Jahrzehnten immer wieder gegen das eindimensionale Bild der royalen Romy. Konservative fühlten sich provoziert von den wechselnden Beziehungen des einstigen Backfischs, der nun angeblich eine deutschenfeindliche Diva geworden war.

Ihre Teilnahme an der „Stern“-Titel-Aktion „Wir haben abgetrieben“ 1971 schockte manchen; ebenso, dass sie im Wahlkampf für Willy Brandt und die SPD Partei ergriff. Nacktfotos in Magazinen oder aber 1974 ihr Auftritt in der Talkshow „Je später der Abend...“, bei dem sie vor laufender Kamera für den Bankräuber Burkhard Driest schwärmte („Sie gefallen mir, Sie gefallen mir sehr“) machten sie zum Thema, gar Hassobjekt, der Boulevardpresse.

In Frankreich gelang „La Schneider“ dagegen der Wandel zur gefeierten und ausgezeichneten Charakterdarstellerin. Ihr Aufbruch zu neuen Ufern hatte mit den Dreharbeiten zur Schnitzler-Verfilmung „Christine“ (1958) begonnen, bei denen sie sich in den französischen Schauspieler Alain Delon verliebte. Sie ging mit ihm nach Paris.

Während der leidenschaftlichen Romanze mit Delon lernte sie in Künstlerkreisen den italienischen Star-Regisseur Luchino Visconti kennen, der sie zum Schauspielunterricht und auf die Bühne brachte („Schade, dass sie eine Dirne ist“) und es schließlich wagte, sie mit „Boccaccio 70“ auch als Femme fatale zu inszenieren.

Für Viscontis Film „Ludwig II“ (1972) mit Helmut Berger in der Rolle von Bayerns exzessivem Märchenkönig schlüpfte sie sogar erneut in die verhasste Rolle der Kaiserin Elisabeth, jedoch unverkitscht.

Legendär in ihrer Filmographie ist bis heute der erotische Thriller „Der Swimmingpool“ (1969), in dem Schneider an der Seite ihres Ex-Partners Delon spielte - der Film war ein verruchtes Kino-Comeback nach zwei Jahren als Hausfrau und Mutter in Berlin.

Überhaupt ihr Privatleben: Es war voller Höhen und Tiefen. Nach dem Ende der Beziehung mit Delon heiratete sie 1966 den deutschen Schauspieler und Theaterregisseur Harry Meyen und bekam im selben Jahr Sohn David. Nach der Scheidung ging Schneider wieder nach Frankreich. Auch ihre zweite Ehe mit dem Franzosen Daniel Biasini scheiterte. Mit ihm bekam sie 1977 eine Tochter. Sarah Biasini sieht noch heute ihrer Mutter ähnlich und arbeitet auch als Schauspielerin.

Mit Harry Meyens Suizid 1979 begann für Romy eine Reihe schrecklicher Schicksalsschläge: Im Mai 1981 bekam sie nach jahrelangem Tabletten- und Alkoholmissbrauch eine Niere entfernt, im Juli 1981 verunglückte ihr 14-jähriger Sohn David tödlich an einem Zaun. Nur wenige Monate später starb die Schauspielerin in der Wohnung ihres Lebensgefährten Laurent Pétin.

Gemeinsam mit ihrem Sohn ist Romy Schneider im kleinen Örtchen Boissy-sans-Avoir in der Nähe von Paris begraben.

Romy Schneider bei IMDb

Deutsche Kinemathek zu Romy Schneider

Pressemappe der Deutschen Kinemathek zu Romy Schneider, Ausstellung 2009/10

Romy des «Kurier» - nach Romy Schneider benannter Film- und Fernsehpreis

Film «Romy» mit Jessica Schwarz

Romy-Schneider-Ausstellung in Berchtesgaden

Ein Romy Schneider Archiv online

dpa

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