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Skandalkünstler Nitsch in der Villa Stuck

München Skandalkünstler Nitsch in der Villa Stuck

Nackte Menschen mit verbundenen Augen, an ein Holzkreuz gefesselt, mit Tierkadavern und Gedärmen eingerieben. Die Bilder, die bei Aktionen des Wiener Aktionskünstlers Hermann Nitsch entstehen, sind nichts für schwache Mägen. Die Villa Stuck widmet ihm eine Schau.

München. Die Villa Stuck in München zeigt von diesem Donnerstag an eine große Ausstellung über den österreichischen Aktionskünstler Hermann Nitsch (77). „ExistenzFest

Hermann Nitsch und das Theater“ lautet der Titel der Schau, die auch schon in Wien zu sehen war.

Nitsch ist bekannt für Aktionen, in denen er Tiere ausweidet und Menschen mit Blut beschmiert. Dafür wurde er in den 1960er Jahren in Österreich sogar zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Daraufhin floh er nach München, wo er einige Jahre lebte.

„Hermann Nitschs komplexes Gesamtwerk zwischen Malerei und Theater reiht sich in die Geschichte der visionären, die Kunst erweiternden Werkentwürfe“, heißt es in der Ausstellungsankündigung. Vor 46 Jahren fand Nitschs erste Aktion in München statt, das 7. Abreaktionsspiel, vor 20 Jahren zeigte das Lenbachhaus eine Nitsch-Retrospektive.

Nitsch denkt mit seinen 77 Jahren nicht an den Ruhestand. „Ich möchte bis zum letzten Atemzug meine Werke verwirklichen“, sagte er im Interview der Deutschen Presse-Agentur. „Ich glaube, es wird sehr viel Unfug getrieben mit dem Alter. Das Alter ist anstrengend, schwer, schmerzensreich, und es ist besser, man macht im Alter noch was, als sich den Schmerzen und einer kranken Ruhe hinzugeben.“

Trotz der jahrelangen Anfeindungen habe er nie an seiner Arbeit gezweifelt, sagte Nitsch. „Ich wusste, dass meine Kunst die Kraft hat, und hatte keine Bedenken, dass sie sich durchsetzt.“ Allerdings könne sie sich nach seinem Willen noch etwas mehr durchsetzen, aber: „Durchschnittliche, mittelmäßige Sachen werden gefördert. Das wirklich Gute wird erst Hunderte Jahre später gefördert - wenn der Autor schon längst hin ist.“


Villa Stuck
Infos zur Ausstellung

dpa

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