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Sozialdramen beim Filmfest in Cannes

Cannes Sozialdramen beim Filmfest in Cannes

Die belgischen Dardenne-Brüder heben in ihren Filmen immer wieder soziale Missstände hervor. So auch in ihrem aktellen Werk. Der Wettbewerbs-Beitrag aus den Philippinen offenbart ebenfalls gesellschaftliche Probleme.

Cannes. Zwei Sozialdramen haben beim Filmfestival Cannes auf Missstände unserer Zeit hingewiesen. Während die belgischen Dardenne-Brüder in „The Unknown Girl“ dem Tod eines jungen Mädchens aus Afrika nachgingen, zeigte der philippinische Regisseur Brillante Mendoza in „Ma' Rosa“ den harschen Alltag in seinem Land.

Beide Filme laufen bei den Internationalen Festspielen im Wettbewerb. Jean-Pierre und Luc Dardenne haben bereits zwei Mal die Goldene Palme gewonnen, die höchste Auszeichnung des Festivals.

In Mittelpunkt von „The Unknown Girl“ steht die junge Ärztin Jenny Davin. Eines Abends klingelt es nach Feierabend an ihrer Tür, sie öffnet nicht - und erfährt am nächsten Tag, dass es ein junges Mädchen war, das Schutz gesucht hat. Nun wurde es tot aufgefunden, ohne jeden Hinweis auf die Identität. Jenny fühlt sich schuldig und will den Namen der Schwarzen herausfinden.

„Jenny fühlt sich als einzige verantwortlich, das tut kein anderer“, sagte Luc Dardenne in Cannes. Man könne zwar auch die Frage nach kollektiver Verantwortung stellen, aber das sei nicht die Geschichte gewesen, die sie erzählen wollten.

Tatsächlich fehlt „The Unknown Girl“ jedoch die Kraft früherer Dardenne-Werke wie „Das Kind“ oder „Rosetta“. Stattdessen wirkt die Geschichte immer wieder zu stark konstruiert und kann auch trotz der präsenten Hauptdarstellerin Adèle Haenel nicht überzeugen.

Der Philippine Mendoza hingegen nimmt die Zuschauer mit in die ärmeren Viertel von Manila. Die Mutter Rosa betreibt mit ihrer Familie in einer kleinen Hütte einen Kiosk. Um ihr Einkommen zu verbessern, verkauft sie nebenbei Drogen. Als die Polizei davon erfährt, werden Rosa und ihr Mann festgenommen.

Zunächst sollen sie ihren Dealer verraten, schließlich verlangen die Polizisten aber noch eine hohe Summe Schmiergeld. Nur dann werden die Eltern wieder freigelassen. Regisseur Mendoza bleibt in „Ma' Rosa“ nah an seinen Protagonisten dran und fängt dabei auch die Lebensverhältnisse anderer Familien und die Probleme durch Korruption ein.

dpa

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