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Staatsoper hofft auf Freilassung von Regisseur Serebrennikow

Kurz vor Premiere Staatsoper hofft auf Freilassung von Regisseur Serebrennikow

Im Oktober soll in Stuttgart das Stück „Hänsel und Gretel“ seine Premiere feiern. Eigentlich sollte Regisseur Kirill Serebrennikow bei den Proben dabei sein. Doch der regierungskritische Künstler sitzt in Russland in Hausarest.

Der russische Regisseur Kirill Serebrennikow hofft auf seine Freilassung. In zwei Wochen sollen in Stuttgart die Proben für das Stück „Hänsel und Gretel“ starten.

Quelle: Alexander Zemlianichenko/ap

Stuttgart. Viel Zeit bleibt nicht mehr: Die Staatsoper Stuttgart hofft gut zwei Wochen vor dem geplanten Probenstart für „Hänsel und Gretel“ noch auf eine Freilassung des regierungskritischen Regisseurs Kirill Serebrennikow.

Chefdramaturg Sergio Morabito sagte, dass er gerade in Moskau mit Mitarbeitern des in Hausarrest sitzenden Serebrennikow plane, wie die Inszenierung auch ohne ihn am 22. Oktober Premiere feiern könne. Das einmalige Projekt sei weit gediehen. „Alle sind kampfeswillig“, sagte Morabito vor dem geplanten Probenstart Mitte September.

Am Montag solle ein Gericht in Moskau über einen Antrag Serebrennikows auf Freilassung entscheiden, sagte Morabito unter Berufung auf Mitarbeiter des 47-Jährigen. Dem wegen Betrugsvorwürfen festgesetzten Künstler ist der Kontakt zur Außenwelt untersagt.

„Es ist unfassbar, was hier passiert“, sagte Morabito. Die Lage für Künstler in Russland sei beklemmend. Viele hielten das Vorgehen der russischen Justiz gegen den auch im Westen geschätzten Serebrennikow für politisch motiviert. Das Staatliche Ermittlungskomitee wirft ihm vor, 68 Millionen Rubel (knapp eine Million Euro) staatlicher Gelder unterschlagen zu haben. Serebrennikow bestreitet die Vorwürfe.

Nach Darstellung von Morabito sollen Mitarbeiter von Serebrennikow die Oper inszenieren. Nach seiner Freilassung habe der Regisseur freie Hand, das Stück neu zu inszenieren. Im Zentrum der Aufführung steht ein bereits von Serebrennikow abgedrehter Film über Kinder in Ruanda, die auch nach Stuttgart kommen sollen. Russische und internationale Stars, die Bundesregierung sowie viele Stuttgarter hatten die Freilassung des Regisseurs gefordert.

dpa

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