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Kultur im Rest der Welt Thrillerautorin Karin Slaughter hatte als Kind Angst vor einem Serienmörder
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11:19 09.08.2018
Karin Slaughter Quelle: Foto: Alison Rosa

Sie ist eine der erfolgreichsten Bestseller-Autorinnen der USA, ihr jüngster Roman „Ein Teil von ihr” spielt erstmals in Berlin. Im Interview erzählt Karin Slaughter, weshalb sich die Stadt so gut als Hintergrund für Thriller eignet

In Ihrem jüngsten Roman geht es um eine Tochter, die nach einem Terroranschlag die geheime Vergangenheit ihrer Mutter aufdeckt. Haben Sie da auch Ihre eigenen Erfahrung mit Ihrer Mutter eingearbeitet?

Die Geschichte von Andy und Laura spiegelt die universelle Mutter-Tochter-Beziehung wider. Wir kennen alle diese Momente, wenn wir erwachsen werden und realisieren, dass unsere Eltern auch vor unserer Geburt schon ein Leben hatten. Für Andy ist diese Erkenntnis besonders schockierend, weil ihre Mutter eine kriminelle Vergangenheit hat.

Normalerweise spielen Ihre Romane in Georgia. Weshalb zieht es Sie in Ihrem jüngsten Roman hinaus in die Welt?

Ich liebe es, über Georgia zu schreiben, aber diesmal konnte ich Geografie als Werkzeug einsetzen: Je weiter sich Andy räumlich von Laura entfernt, desto unabhängiger und stärker wird sie. Außerdem schreibe ich über Länder, die ich selbst in Andys Alter durchreist habe. Ich weiß also aus eigener Erfahrung, wie sehr es die Persönlichkeit formt, andere Kulturen kennenzulernen.

Auch nach Berlin reist Andy. Was fasziniert Sie an dieser Stadt?

Berlin ist eine meiner liebsten Reisestädte. Die Stadt hat ihre Vergangenheit viel besser aufgearbeitet als der Süden der USA, wo ich lebe. Wir erzählen uns noch immer Lügenmärchen über die Sklaverei. Das beginnt erst langsam, sich zu verändern. Interessanterweise wurde das neue Legacy Museum in Alabama vom Berliner Holocaustmahnmal inspiriert. Viele Menschen waren gegen die Eröffnung des Hauses in Alabama, das die Zeit vor der Bürgerrechtsbewegung mit der heutigen Zeit der Masseninhaftierung von Afroamerikanern in Beziehung setzt. Meine Geschichte spielt vor dem Mauerfall. Meine Freundin hat mir viel über diese Zeit erzählt, und ich stelle mir vor, dass sich aus der Teilung ein Gefühl der Gesetzlosigkeit ergab. Es gibt keine bessere Kulisse für einen Krimi.

Ihre Geschichten sind voll von Gedärmen und Gewalt. Hat Ihr Geburtsname, der im Deutschen „Schlachten” heißt, Sie dafür prädestiniert?

Ich benutze drastische Szenen, um über das menschliche Wesen zu schreiben. Insbesondere, wenn man über Gewalt an Frauen schreibt, muss man genau sein, damit Menschen das Ausmaß des Verstoßes begreifen. Wenn Sprache weicher gemacht wird, ist die Wirkung auf den Leser geringer. Zu meinem Nachnamen: Zum Glück bin ich keine Autorin von Liebesromanen geworden! Ich denke aber, meine Berufung hat eher mit meiner Heimat zu tun. Der Süden der USA ist voller dunkler Geschichten. Das kleine Dorf, in dem ich aufwuchs, liegt unweit von Atlanta. Dort ging in meiner Kindheit ein Mädchenserienmörder um. Mit jeder neuen Leiche wuchs die Angst: Wir durften nicht mehr draußen spielen oder mit dem Fahrrad fahren. Wenn ich heute Krimis schreibe, versuche ich zu zeigen, dass Gewalt nicht nur eine Person, sondern eine ganze Gemeinschaft verletzt.

Zur Person

Weltweit wurden Karin Slaughters Thriller über 35 Millionen Mal verkauft und in 37 Sprachen übersetzt. Damit ist die 47-Jährige eine der erfolgreichsten US-Krimi-Autorinnen. In Deutschland stand Karin Slaughter mit ihren letzten Büchern auf der Bestsellerliste immer in den Top 3. Die Rechte für eine TV-Verfilmung von „Ein Teil von ihr“ sind bereits verkauft. Regie führt die mehrfach Emmy-nominierte Lesli Linka Glatter („ Mad Men“, „Homeland“), das Drehbuch schreibt Charlotte Stoudt („Homeland“, „House of Cards“).

Von Nina May

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