Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Kultur im Rest der Welt Tobias Zielony und „Zwei Frauen, die Jenny heißen“
Nachrichten Kultur Kultur im Rest der Welt Tobias Zielony und „Zwei Frauen, die Jenny heißen“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:16 21.06.2013
Anzeige
Berlin

So fand Zielony sein neues Projekt.

In der Berlinischen Galerie stellt der Fotograf ab Freitag erstmals seine Serie „Jenny Jenny“ mit rund 40 Bildern vor. Es geht um Frauen und Orte der Prostitution. Aber die Frage, wo in Berlin die Fotos entstanden sind und wer die Porträtierten sind, beantwortet Zielony nicht. Und zum Titel so viel: „Es gibt zwei Frauen, die Jenny heißen.“

Der gebürtige Wuppertaler ist einer der vieldiskutierten Fotografen seiner Generation. Er hat Jugendliche in Bristol, Marseille und Halle-Neustadt fotografiert. Das Besondere: Zielony ist kein Dokumentar-Fotograf der alten Schule, sondern lässt den Menschen ihre Posen. Die Frage nach dem Authentischen ist überholt. Es sind Inszenierungen, die zugleich Würde und Tristesse ausstrahlen: Für ein Bild aus der Serie „Trona“ über die gleichnamige Stadt in Kalifornien stellten sich junge Männer vor ein Autowrack - wie in einem Gangsterfilm.

In „Jenny Jenny“ hält eine Frau Bilder von Drogensüchtigen aus dem Buch „Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ in die Kamera. Ein Schlüssel, den der Betrachter eigentlich nicht braucht. Auch mehr als 30 Jahre nach dem Film über Christiane F., die als Kind ihren Körper für Heroin verkaufte, ist es ein beklemmender Anblick, am Berliner Straßenstrich vorbeizufahren.

Zielony kommt den Frauen sehr nahe und vermeidet Klischees. Eine liegt im Kapuzenpulli und Schirmmütze auf dem Bett, der Blick wirkt leer. Ob sie eine Prostituierte ist? Vermutlich. Ein anderes Bild zeigt einen zerschlissenen Vorhang. Was sich dahinter verbirgt? Der Betrachter ahnt es.

Für das Berliner Museum und seinen Leiter Thomas Köhler ist es eine weitere große Fotografie-Ausstellung nach Schauen zu Nan Goldin und Boris Mikhailov. „Es ist eine schöne Fortsetzung dieser Reihe“, sagt Köhler. Im Rahmenprogramm wird der Schauspieler Max Riemelt aus dem Roman „Unter Null“ von Bret Easton Ellis lesen. Ein Stück Popkultur, das sicher gut zu Zielonys Bildern passt.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der französische Modedesigner Jean-Louis Scherrer ist tot.Scherrer starb am Donnerstag im Alter von 78 Jahren in einem Pariser Krankenhaus, wie ein langjähriger Mitarbeiter des Designers dem französischen Magazin „Le Point“ sagte.

21.06.2013

Der Bürgerkrieg in Syrien gefährdet die einzigartigen Kulturdenkmäler in Syrien. Das Welterbekomitee der UN-Kulturorganisation (Unesco) hat alle sechs Stätten am Donnerstag auf die Liste der gefährdeten Welterbestätten gesetzt.

21.06.2013

Ausgerechnet bei einem ihrer bekanntesten Hits hat die US-Sängerin Suzanne Vega (53) während eines Konzerts in New York den Text vergessen. Als sie zur zweiten Strophe von „Luka“ ansetzen wollte, geriet die Sängerin am Mittwochabend plötzlich ins Stocken.

24.06.2013
Anzeige