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Kultur im Rest der Welt Udo-Jürgens-Musical in Hamburg gefeiert
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13:23 20.01.2017
Die Hauptdarsteller Karim Khawatmi (r) und Sarah Schütz (M) mit Orchesterleiter Pepe Lienhard (l), dem langjährigen Freund von Udo Jürgens. Quelle: Daniel Bockwoldt
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Hamburg

„Leinen los“: Das Musical „Ich war noch niemals in New York“ ist zurück im Heimathafen Hamburg. Zahlreiche Prominente, darunter Udo Jürgens' langjähriger Bandleader Pepe Lienhard, feierten am Donnerstagabend die Premiere im Theater an der Elbe.

Das Musical mit den Hits von Udo Jürgens wie „Aber bitte mit Sahne“, „Mit 66 Jahren“ und „Vielen Dank für die Blumen“ löst „Das Wunder von Bern“ ab, das sich nach zwei Jahren am 5. Januar verabschiedet hatte. „Ich war noch niemals in New York“ hatte vor zehn Jahren Welturaufführung im Operettenhaus auf der Reeperbahn gefeiert. Nach Angaben von Stage Entertainment soll die Produktion bis zum Sommer zu sehen sein.

Erzählt wird die Geschichte der erfolgreichen TV-Moderatorin Lisa Wartberg (Sarah Schütz). Deren Mutter Maria (Dagmar Biener) verschwindet mit Otto (Peter Kock) aus dem Seniorenheim, um sich einen Lebenstraum zu erfüllen: Einmal nach Amerika fahren und dann unter der Freiheitsstatue heiraten. Heimlich machen sich die beiden mit einem Kreuzfahrtschiff auf die Reise. Als Lisa davon erfährt, nimmt sie mit Ottos Sohn Axel (Karim Khawatmi) und dessen zwölfjährigem Sohn die Verfolgung auf. Auf hoher See treffen die drei Generationen aufeinander - was zu zahlreichen Konflikten und Verwicklungen führt.

Geschickt verwebt das Musical (Regie: Carline Brouwer) gesellschaftskritische Fragen mit den größten Hits von Udo Jürgens. Schütz gibt die toughe Karrierefrau, die vor lauter Stress vergisst, dass es noch etwas anderes im Leben gibt als Arbeiten. Khawatmi überzeugt als Chauvi, der als Vater und Frauenversteher versagt hat. Biener ist hinreißend als resolute Rentnerin („Freiheit muss man sich erkämpfen“) und Kock überzeugt als ihr ruhiger Gegenpol. Für Extra-Applaus sorgt Kinderdarsteller Michael, als er mit Sonnenbrille und Baseball-Cap lässig seine Version von „Mit 66 Jahren“ auf dem Sonnendeck zum Besten gibt.

Eine aufwendige Fahr- und Drehkonstruktion verwandelt die Bühne vom TV-Studio und Altenheim zum scheinbar endlosen Deck auf hoher See und zur pompösen „Hochzeitssuite“. Gefühlvolle Balladen („Was wichtig ist“, „Immer wieder geht die Sonne auf“) wechseln sich ab mit temporeichen Tanzeinlagen („Aber bitte mit Sahne“, „Schöne Grüße aus der Hölle“). Mit an Bord sind auch Lisas schwule Assistenten Fred (Uli Scherbel) und Costa (Gianni Meurer), die dann wieder die Gassenhauer zu platzieren helfen: Denn natürlich träumt der Grieche Costa von seiner Heimat samt „Griechischem Wein“ und als die Nachbarn das schwule Pärchen aus seiner Wohnung werfen wollen, erklingt ein „Ehrenwertes Haus“.

„Ich war noch niemals in New York“ hatte 2007 auf der Reeperbahn Weltpremiere gefeiert. Seitdem sahen mehr als vier Millionen Menschen die Produktion, die neben Deutschland auch in Österreich (Wien), der Schweiz (Zürich) und in Japan (Tokio) aufgeführt wurde. In der Musicalmetropole Hamburg sind zur Zeit noch das Musical „Hinterm Horizont“ mit den Hits von Udo Lindenberg im Operettenhaus auf der Reeperbahn und Disneys „Aladdin“ im Theater Neue Flora zu sehen.

dpa

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