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Viele Gesichter: Buddha-Schau in Völklinger Hütte

Völklingen Viele Gesichter: Buddha-Schau in Völklinger Hütte

Buddha hat viele Gesichter. Im saarländischen Völklingen ist das Bild des „Erwachten“ gleich zigfach zu sehen. Private Sammler aus aller Welt haben dafür ihre Schatzkammern geöffnet.

Völklingen. Sie sind alle Buddhas, und doch sehen sie alle anders aus: Sie sind braun, golden oder bunt. Sie sitzen, liegen, stehen - oder lehren. Und sie sind mini oder metergroß.

Rund 230 Exponate buddhistischer Kunst aus vielen Ländern Asiens sind für eine große Buddha-Ausstellung im Weltkulturerbe Völklinger Hütte im Saarland zusammengetragen worden. „Es ist vom Umfang her die größte Ausstellung, die es zur buddhistischen Kunst je gegeben hat“, sagt der Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte, Meinrad Maria Grewenig.

Wenn die Schau an diesem Samstag (25. Juni) ihre Türen öffnet, ist ein Großteil der Stücke zum ersten Mal öffentlich zu sehen. „Die Exponate stammen aus Privatsammlungen aus aller Welt“, erzählt Grewenig in dem früheren Eisenwerk, in dem Buddhas und Bodhisattvas zwischen gigantischen Gebläsemaschinen ihre Vitrinen bezogen haben. Zusammen geben sie einen Überblick über buddhistische Kunst aus rund 2000 Jahren: Vom 1. Jahrhundert vor Christus bis Ende des 18. Jahrhunderts.

Die rund zwei Millionen Euro teure Ausstellung auf rund 6000 Quadratmetern mache „eine Begegnung mit der Kultur und der Weltsicht des Buddhismus“ möglich, sagt Grewenig. „Man wird die Aura des Buddhas spüren.“ Auch Meditation steht im Fokus: In einem buddhistischen Meditationsraum, der einem Tempel nachgebildet ist, stehen kleine Gebetsbänkchen bereit. Später soll ein „Mediationspfad“ mit acht Stationen entstehen. „Die Kultur buddhistischer Mediation ist für viele von uns fremd“, sagt der Kunsthistoriker.

Schirmherr der Ausstellung, die bis zum 19. Februar 2017 läuft, ist das religiöse Oberhaupt der Tibeter: der Dalai Lama. Daher gibt es auch eine Kooperation mit dem Tibethaus Deutschland in Frankfurt. Missionieren wolle hier aber keiner, betont Grewenig. „Wir sind glücklich, dass der Dalai Lama unser Schirmherr ist, aber die Ausstellung stellt die buddhistische Kunst in Asien ins Zentrum.“ Im September komme der Dalai Lama nach Europa. „Wir haben ihn mal eingeladen.“

Die Ausstellung nimmt Besucher auf eine Reise von den ersten Bildern von Buddha bis zu seinem Bildnis in der Neuzeit. Zwar taucht das klassische Bild Buddhas mit seinen weichen Gesichtszügen, meditativ halb geschlossenen Augen und Lockenfrisur über die Jahrhunderte immer wieder auf - daneben steht aber eine Vielfalt an anderen Bildnissen: Mit elf Köpfen und acht Armen, auf einem Lotus- oder Löwenthron - aus Bronze, Bergkristall, Gold oder auch Holz. Die Stücke stammen unter anderem aus Indien, China, Japan, Kambodscha, Thailand, Nepal und Tibet.

Ein Buddha ist im Buddhismus ein „Erwachter“ oder „Erleuchteter“. Der historische Buddha - also das Vorbild der Buddhisten - war Siddhartha Gautama, der vor rund 2500 Jahren in Indien lebte. Der Buddhismus zählt weltweit 350 Millionen bis 500 Millionen Anhänger. Buddhas werden meist in meditativer Haltung dargestellt. Die Figuren erinnern an die innere Zentrierung, aus der man Kraft, Weisheit und Liebe schöpfen kann.

„In der Ausstellung sind großartige Exponate“, sagt der Leiter der Asien-Abteilung am Museum Angewandte Kunst in Frankfurt, Stephan Graf von der Schulenburg. Sie liefere „eine sehr herausragende und qualitätsvolle Übersicht über buddhistische Kunst in Asien.“ Eine Ausstellung „in dieser Art und in diesem Umfang“ habe es zuvor nicht gegeben, meint auch er.

Mit der Buddha-Ausstellung widmet sich die Weltkulturerbestätte erstmals Asien. „Der asiatische Kontinent ist das große Thema des 21. Jahrhunderts, sowohl wirtschaftlich als auch kulturell“, sagt Grewenig. Die Völklinger Hütte ist das weltweit einzig erhaltene Eisenwerk aus dem Industriezeitalter. Sie war 1986 nach rund 100 Jahren stillgelegt und 1994 zum Weltkulturerbe erklärt worden. Wie viele Besucher zu Buddha und Co erwartet werden? „Wir hoffen, dass wir sechsstellig werden“, meint der Generaldirektor.

dpa

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