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Kultur im Rest der Welt Was ist schon echt? Ausstellung zeigt die „Lust der Täuschung“
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13:42 27.08.2018
Malerei oder Fliesenlegerei? Hans Peter Reuters „Kachelraum ohne Ding Nr. 110“ von 1976 ist technisch so perfekt, dass das Bild dreidimensional aussieht. Quelle: Hans Peter Reuter / Kunsthalle München
München

Traue keinem, noch nicht einmal der eigenen Wahrnehmung: Die Münchner Ausstellung „Lust der Täuschung“ zeigt, wie Künstler seit der Antike gezielt mit der optischen Illusion spielen. Die Ausstellungsmacher stellen antike Fresken neben Virtual-Reality-Videos, Skulpturen neben Zeichnung, Architektur neben Malerei und Video.

Bessere Technik führt zu stärkerer Täuschung

Die Geschichte künstlerischer Täuschung sei eng mit der technischen Weiterentwicklung der Medien verbunden, schreibt die Kunsthalle München. So sollen die Zuschauer bei einer frühen Filmvorführung der Gebrüder Lumière 1896 schreiend aus dem Kinosaal gerannt sein, da sie dachten der im Film gezeigte Zug würde wirklich auf sie zurasen. Die heutigen filmerfahrenen Zuschauer schmunzeln darüber – gleichzeitig schwanken sie, wenn sie in einem Virtual-Reality-Video über eine Holzplanke balancieren müssen. Auch das medienerfahrene Auge lässt sich so heute noch täuschen – der technischen Entwicklung sei dank.

Was ist echt? Was ist gezeichnet? Was ist dreidimensional und was ist nur eine Illusion? Die Ausstellung „Lust der Täuschung“ der Kunsthalle München zeigt Werke, die lebensecht aussehen.

Optische Täuschung: ein Beweis künstlerischer Fähigkeiten

Die Wahrnehmung stockt: Der Betrachter weiß, dass die gemalte Pinnwand eine gemalte Pinnwand ist. Und doch überprüft er immer wieder die Beschaffenheit des Bildes: Stimmen die Details mit unserem Bild der Wirklichkeit überein?

Mit jeder Täuschung huldigt sich ein Künstler auch immer ein stückweit selbst: Schaut meine technische Raffinesse an! Denn nur, wer die Oberfläche der Wirklichkeit perfekt zu imitieren weiß, kann mit ihren Gesetzmäßigkeiten wie Perspektive, Schatten und Spiegelungen auch spielen. Die Tromp l’oeils des 17. Jahrhunderts – also Gemälde, die aussehen, als würde etwas aus ihnen hervorragen – waren auch immer Visitenkarten der Künstler.

Die Ausstellung „Lust der Täuschung – von antiker Kunst bis zur Virtual Reality“ läuft noch bis zum 13. Januar 2019 in München. Danach ist sie ab dem 22. Februar 2019 im Ludwig Forum in Aachen zu sehen.

Von Geraldine Oetken / RND

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