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Kultur im Rest der Welt Zehntausende feiern den Start des Karnevals
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17:02 12.11.2017
Eine Jeckin feiert am Heumarkt in Köln den Beginn der Karnevalsession. Quelle: Rolf Vennenbernd
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Köln/Düsseldorf

Zehntausende Jecken und Narren haben in den Karnevalshochburgen den Start in die närrische Jahreszeit gefeiert. Schon am frühen Morgen des Elften im Elften versammelten sich die Narren etwa in Köln und Düsseldorf, um sich bei Nieselregen auf die neue Session einzustimmen.

Da der Beginn der närrischen Zeit in diesem Jahr auf einen Samstag fiel, waren laut Polizei mehr feierwütige Jecken auf den Beinen als in den vergangenen Jahren.

In Köln wurden die Hauptplätze der Feiernden in der Innenstadt zeitweise wegen Überfüllung gesperrt. Hier gab es etliche Polizeieinsätze, mehr als 1000 Beamte waren im Einsatz. Die Polizei meldete vom Samstag rund 50 Festnahmen und mehrere Strafanzeigen - unter anderem wegen sexueller Übergriffe und Körperverletzungen. Ein Unbekannter hatte einen Bierkrug in eine Menschenmenge geworfen, der zwei Frauen am Kopf traf. Sie wurden in ein Krankenhaus gebracht. Am frühen Sonntagmorgen habe sich die Situation dann beruhigt.

Auch in Düsseldorf, Aachen und Bonn waren Zehntausende auf der Straße: Neben den Karnevalisten zogen hier die Teilnehmer zweier Demonstrationen zur Weltklimakonferenz durch die Stadt, etliche verkleidet als Eisbären, Thermometer oder US-Präsident Donald Trump.

Die Polizei in Köln beurteilte die Stimmung zunächst als ausgelassen, gegen Nachmittag musste sie vermehrt eingreifen: „Zu späterer Stunde steigt natürlich auch der Alkoholpegel“, sagte ein Polizeisprecher. „Da kommt es zu Auseinandersetzungen und Pöbeleien.“

In der Domstadt empfing Oberbürgermeisterin Henriette Reker das Dreigestirn, um den Sessionsvertrag zu unterzeichnen. Anschließend wurde gemäß dem Motto „Mer Kölsche danze us der Reih“ („Wir Kölner tanzen aus der Reihe“) ausgelassen in der Innenstadt gefeiert.

In Düsseldorf erwachte um 11 Uhr 11 der Traditionsschelm Hoppeditz und hielt eine bissige Spottrede. Hier heißt der Karnevalsslogan diesmal: „Jeck erst recht“.

Mit dem Narhallamarsch und goldenem Konfetti feierten die Mainzer Narren den Start in die Fastnacht. Viele Kostümierte versammelten sich bei schlechtem Wetter auf dem prall gefüllten Schillerplatz. Das Motto der Fastnacht in diesem Jahr: „So wie der Mond die Nacht erhellt, strahlt Mainzer Fastnacht in die Welt“. Der Regen sorgte dafür, dass sich der Notizzettel eines Narren mit dem närrischen Grundgesetz auf dem Balkon in zwei Teile auflöste. Verlesen wurde das Gesetz um den Artikel „Alle Narren sind gleich“ aber trotzdem.

Auch abseits der bekannten Karnevalshochburgen wurde gefeiert. Die „Rostocker Seehunde“ stiegen am Morgen zum Auftakt der fünften Jahreszeit in die Ostsee. Einige der rund 35 Badenden trugen gestreifte Badeanzüge und lustige Hüte.

In der Kleinstadt Blankenburg in Sachsen-Anhalt trat das schwule Prinzenpaar Marco I. (35) und Roland I. (47) kurz nach der Erstürmung des Rathauses um 11.11 Uhr vor den Traualtar. Damit sind die beiden Männer das erste Prinzenpaar, das nach der Öffnung der Ehe für alle zum Karnevalsstart den Bund fürs Leben schloss. Die Trauung vollzog ausgerechnet der Mann, dem die Narren kurz zuvor den Schlüssel für seinen Arbeitsplatz abgenommen hatten: Bürgermeister Heiko Breithaupt (CDU) ist Standesbeamter - und selbst im Karnevalsverein.

Der Höhepunkt des Karnevals ist der Rosenmontag mit seinen zahlreichen Umzügen. Die närrische Jahreszeit dauert 2018 bis zum 14. Februar. Am dem 6. Januar startet die schwäbisch-alemannische Fastnacht. Ab Aschermittwoch müssen sich die Narren rund neun Monate gedulden, bis die fünfte Jahreszeit erneut beginnt.

In der Hauptstadt müssen die Narren auf ihren Umzug allerdings verzichten: Der Berliner Karneval auf dem Kurfürstendamm im Februar fällt aus - wegen Geldmangels. Der „Hauptstadtzug“ könne wegen zu hoher Kosten nicht mehr finanziert werden, sagte die Vize-Präsidentin des Vereins „Festkomitee Berliner Karneval“, Christiane Holm, dem „Tagesspiegel“. Der bisherige Sponsor, eine Kölner Kostümhandlung mit Filiale am Alexanderplatz, könne die hohe Summe nicht mehr tragen.

dpa

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