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Kultur im Rest der Welt Zwei Elektropop-Modelle: B.E.F. und Austra
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09:51 28.06.2013
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Berlin

Dagegen setzen zwei andere Acts weiter auf den guten alten Elektropop - mit unterschiedlichen Ergebnissen.

Ganz klassisch geht Martyn Ware (The Human League, Heaven 17) mit seiner nach gut 20 Jahren wiederbelebten BRITISH ELECTRIC FOUNDATION alias B.E.F. die Sache an. Zum dritten Mal nach 1982, als er Tina Turner zum Comeback verhalf, und 1991 präsentiert er „Music Of Quality And Distinction“, diesmal ergänzt um den Untertitel „Dark“ (Wall Of Sound/Alive). Dieser erschließt sich nicht immer in den 16 Tracks des neuen Albums, denn weder sind die hier gecoverten Lieder allesamt düster, noch sind es die Interpretationen selbst.

Schon die B.E.F.-Volumes 1 und 2 dienten dazu, mehr oder weniger bekannte Sänger vor der elektronischen Soundkulisse von Martyn Ware mit berühmten Popsongs zu konfrontieren. Das Konzept geht auch beim dritten Anlauf recht oft, aber nicht immer auf. Der Schmuse-Soul von „Didn't I Blow Your Mind This Time“ (The Delfonics) in der Version des Scritti-Politti-Frontmannes Green Gartside gelingt großartig, „It Was A Very Good Year“ (Frank Sinatra) und „Party Fears Two“ (The Associates) werden von der tollen Baritonstimme des Heaven-17-Sängers Glenn Gregory veredelt, und auch die Auftritte von Boy George, etwa mit Iggy Pops „I Wanna Be Your Dog“, haben ihren Charme.

Demgegenüber steht allerdings auch manch misslungener Versuch, beispielsweise wenn Polly Scattergood mit Hauchstimme „The Look Of Love“ (Burt Bacharach) in den Sand setzt oder der Russe Maxim mit dramatischem Geknödel „The Day Before You Came“ (Abba) meuchelt. Weitere Promi-Auftritte von unterschiedlicher Qualität legen Kim Wilde, Andy Bell (Erasure) oder Sixties-Pop-Ikone Sandy Shaw hin. Wares Maschinenmusik-Arrangements sind „strictly old school“ und damit Geschmackssache. Alles in allem ist „Dark“ von der British Electric Foundation wohl eher etwas für Synthiepop-Nostalgiker.

Eine modernere Auffassung von elektronischer Popmusik vertrat schon auf ihrem überraschend erfolgreichen Debüt „Feel It Break“ (2010) die kanadische Band AUSTRA. Mit pochenden House-Beats und dem typischen Sirenengesang von Katie Stelmanis beginnt nun auch der Nachfolger „Olympia“ (Domino). Die neuen Austra-Songs klingen bei aller Samstagabend-Tanzbarkeit reifer und abgeklärter, die Computer-Melodien sind wärmer und zwingender als vor drei Jahren. „Vielleicht geht es nicht nur darum, die ganze Zeit Spaß zu haben?“, so Stelmanis' rhetorische Frage in einem Interview des Berliner „Tagesspiegels“. „Das ist schwer. Auch davon handelt das Album.“

Eine „erwachsene“ Elektropop-Platte also, die Freunde von Stelmanis' durchdringender, gelegentlich schriller Stimme begeistern wird. Der exaltierte Gesang der 27-jährigen Austra-Frontfrau ist aber für manchen wohl auch die No-Go-Area von „Olympia“. Die zum Sextett verstärkte Band hat das Album mit allerlei Marimbas, Pianos und Percussions live im Studio eingespielt, so dass der Sound weit weniger künstlich und kühl klingt als Martyn Wares neuer Versuch mit der British Electric Foundation. Im direkten Vergleich zweier Elektropop-Modelle ist der von Austra wohl der zeitgemäßere.

British Electric Foundation

Austra

dpa

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