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documenta 14: Was Kassel von Athen lernt

Kassel documenta 14: Was Kassel von Athen lernt

Es ist die erste documenta mit zwei gleichberechtigten Standorten: Wieviel Athen steckt in Kassel? Und wird das jetzt das Modell für die Zukunft?

Er hat einen langen Weg hinter sich: Der Künstler Nikhil Chopra in seinem provisorischen Atelier in Kassel.

Quelle: Uwe Zucchi

Kassel. Nikhil Chopra entspannt sich nach einer langen Reise. In einem nicht mehr genutzten Teil des Kasseler Hauptbahnhofs hat er sein Zelt aufgeschlagen. Wenn er nicht ruht, bemalt er die Wände mit bunter Kreide - Erinnerungen an die Landschaften, die er durchquert hat.

Der indische Künstler hat die Strecke zwischen den beiden documenta-Standorten Athen und Kassel mit dem Auto zurückgelegt. Das handgenähte achteckige Zelt war Schlafstatt und reisendes Atelier. Die Bilder, die dabei entstanden sind, stellt er in Kassel aus.

Drei Wochen war Chopra unterwegs, bis er in Kassel ankam. „Eine Linie durch die Landschaft ziehen“ heißt das Projekt, das wie kaum ein anderes die Idee verkörpert, die documenta gleichberechtigt an zwei Standorten zu organisieren. Auf seiner Reise habe er „Europa den Puls gemessen“, sagt seine Kuratorin Natasha Ginwala. Der Reisekünstler selbst will nicht gestört werden. 

Vier Räder sind schneller als vier Beine: Das andere Team, das die 3000 Kilometer von Athen nach Kassel als Kunstprojekt zurücklegt, ist noch unterwegs. Ross Birell schickte im April bei der Eröffnung in Athen vier Reiter los, die zu Pferd nach Kassel unterwegs sind. Während der Preview-Tage waren sie kurz vor der österreichischen Grenze. Wenn nichts dazwischen kommt, sollen sie am 9. Juli in Kassel eintreffen, heißt es aus der documenta-Pressestelle. 

Die Idee des künstlerischen Leiters der documenta 14, Adam Szymczyk, war, dass jeder Künstler ein Werk für Athen und ein Werk für Kassel einreicht. Wie eng die Verbindung zwischen beiden Arbeiten ist, blieb des Eingeladenen selbst überlassen. Häufig sind nur Material oder Arbeitsweise gleich wie bei dem Textilkünstler Aboubakar Fofana aus Mali, der mit der Farbe Indigo arbeitet. Oder bei Ibrahim Mahama, der auf dem Athener Syntagma-Platz Jutesäcke zusammennähen ließ und in Kassel die Torwache mit solchen Säcken verkleidet hat.

Manche Werke sind eins zu eins umgezogen. Etwa die Masken des indigenen kanadischen Künstlers Beau Dick, die die Besucher zuerst im Athener Museum für zeitgenössische Kunst und jetzt in der Kasseler documenta-Halle begrüßen. Oder das aus Marmor gehauene Flüchtlingszelt von Rebecca Belmore, das nach Ende der Athener Schau vom dortigen Musenhügel nach Kassel umzieht - wohin genau, haben die documenta-Verantwortlichen noch nicht verraten.

Getauscht wurde auch: Während die documenta in Athen die Räume des dortigen Museums für zeitgenössische Kunst (EMST) bespielt, zogen ausgewählte Werke der EMST-Sammlung ins Kasseler Fridericianum um. 180 Arbeiten von 82 Künstlern sind hier zu sehen. Philipp Demandt, der Direktor des Frankfurter Städel-Museums, fand das „ein wirkliches Erlebnis“. Zeitgenössische Künstler aus Griechenland habe man in Deutschland „sonst nicht unbedingt auf dem Zettel“.

In der Neuen Galerie, in der Fragen nach Eigentum und Nationalität behandelt werden, finden sich historische Gemälde von der Akropolis - und Zeichnungen, die documenta-Gründer Arnold Bode während seiner Reise nach Griechenland 1965 anfertigte. 

Aber was bringt das alles? Kann man damit „Von Athen lernen“, wie das Motto der Doppel-documenta lautet? „Die Welt kann nicht ausschließlich von Kassel aus erklärt, kommentiert und erzählt werden“, schrieb der künstlerische Leiter Szymczyk in seinem programmatischen Text zur Doppel-Ausstellung. 

„Das wird Folgen für uns haben“, kommentierte Hortensia Völckers von der Kulturstiftung des Bundes, einem der Hauptfinanzgeber der documenta, zu Beginn der Preview-Tage. Dann sah sie Szymczyk an und sagte: „Wir sind gespannt, was sich Ihre Nachfolger einfallen lassen.“

dpa

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