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Musik Prinzen-Sänger Krumbiegel: Haltung zeigen
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10:32 05.04.2017
Sebastian Krumbiegel liest in Zwickau aus seinem ersten Buch: „Courage zeigen - Warum ein Leben mit Haltung gut tut“. Quelle: Claudia Drescher
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Zwickau

Die Wendezeit in seiner Heimatstadt Leipzig hautnah miterlebt zu haben, prägt Sebastian Krumbiegel bis heute. „Der Herbst '89 hat mich politisch angeknipst“, sagte der Sänger der Prinzen bei einer Lesung am Dienstagabend in Zwickau.

Er ärgere sich noch immer darüber, dass er nicht bei der Leipziger Montagsdemo vom 9. Oktober 1989 dabei gewesen sei. Er habe diesen historischen Moment als damals 23-jähriger Musikstudent aus Angst vor Repressalien verpasst. Der Tag gilt als Wendepunkt der friedlichen Revolution und Anfang vom Ende der DDR.

„Ich habe in diesem Moment keine Haltung gezeigt“, schreibt der Künstler in seinem ersten Buch mit dem Titel „Courage zeigen - Warum ein Leben mit Haltung gut tut“. Darin zieht der 50-Jährige nach eigenen Worten eine erste Zwischenbilanz. Neben Kindheitserinnerungen und Episoden aus dem Bandleben macht Krumbiegel auf rund 220 Seiten immer wieder seine politische Haltung klar. Gerade in so bewegten Zeiten könne er nicht schweigen, sagte der Musiker, der sich seit mehr als 20 Jahren aktiv gegen Rechtsextremismus engagiert.

So sei „sein rechter, rechter Platz in Sachsen schon lange nicht mehr leer“, heißt es in einem seiner politischen Solo-Songs, die die Lesung des Leipzigers musikalisch flankieren. Auch für „Besorgte, die nach unten treten“ habe er kein Verständnis, singt er in einem anderen Lied. Dennoch müsse man vielen Menschen zugestehen, dass sie besorgt seien und versuchen im Dialog zu bleiben, so Krumbiegels Überzeugung.

In dem Buch berichtet er zudem darüber, wie er 2003 von Rechtsradikalen zusammengeschlagen wurde, dem Täter Jahre später nach einem Besuch im Gefängnis jedoch verziehen habe.

Krumbiegel blickt aber auch humorvoll auf 25 Jahre als Sänger der Prinzen zurück. So sei die erste Tour der Band im Jahr 1992 als Gast von Udo Lindenberg alles andere als geordnet abgelaufen. „Das war eine chaotische Tour mit vielen schrägen Vögeln und Udo war der Obervogel“, schreibt der Sänger und versichert, dass Lindenberg diesen Buchpassagen zugestimmt habe.

Dennoch sei einer der bedeutendsten Augenblicke auf der Bühne für ihn ein Auftritt als Klavierbegleiter von Udo Lindenberg bei dessen Stadionkonzert 2014 in Leipzig gewesen. Auch wenn er das Klavier habe selbst mitbringen müssen.

Mit insgesamt elf Alben und mehr als sechs Millionen verkauften Platten gehören die Prinzen selbst zu den erfolgreichsten deutschen Bands. Mit „Gabi und Klaus“ gelang ihnen 1991 der Durchbruch. Es folgten Hits wie „Millionär“ oder „Alles nur geklaut“. Ab Mai spielt die Band Kirchenkonzerte quer durch Deutschland. 2018 steht dann die nächste große Tour mit einem Sinfonieorchester an.

dpa

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