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Fernsehen Frankfurter Tatort-Team tappt im Dunkeln
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17:30 27.12.2018
tatort vogler Quelle: tatort vogler
Frankfurt

Irgendwie häufen sich Filme mit gruseligen Hochhäusern. Axel Prahl irrte jüngst durch einen öden Block in Kafkas „Der Bau“, „Tatortreiniger“ Bjarne Mädel beendete die Karriere gerade in einem mysteriösen Hochhaus. Und nun kommt der „Turm“-Tatort aus Frankfurt und wieder stimmt etwas nicht mit so einem hässlich-aufragenden Gemäuer. Was da nicht passt, erfährt der Zuschauer nicht mal am Schluss. Auch nicht, wer gemordet hat. Im Grunde genommen erfährt der Zuschauer über 90 Minuten insgesamt so wenig, dass es für ein befriedigtes Tatortgefühl einfach nicht reicht.

Dabei ist in all der düsteren Stimmung die wachsende Freundschaft zwischen den Ermittlern Janneke (Margarita Broich) und ihrem Partner Brix (Wolfram Koch) ein kleines bisschen Anlehnung an das Fest der Liebe. Brix kümmert sich rührend um die verletzte und danach etwas verwirrte Kollegin. Apropos Weihnachten: Mit ganz viel Fantasie könnte man sich vorstellen, dass Brix im Dienstzimmer ein liegengebliebenes Stück Stollen verputzt. Ist aber wohl doch ein normaler Gugelhupf –und ansonsten bleibt für weihnachtliche Gefühle absolut kein Platz.

Es sei denn, man mag Hoffnungslosigkeit und Düsternis. Fragt man sich, was denn die Tatort-Macher mit diesem Streifen erzählen wollen, könnte die Antwort aus der Bankenstadt Frankfurt sein: Wie das Geld regiert, kann sowieso niemand verstehen. Also versucht es im Tatort auch niemand, wenigstens Brix regt sich darüber auf. Aber auch er lässt sich schnell beruhigen –in anderen Krimis hätten Kommissare den Aufstand geprobt, hätte sich entlassen lassen, trotzdem weiter ermittelt und irgendeinen Mörder gefasst. Nicht so im „Turm“: Ein Satz mit zwei „X“: Brix ermittelt nix“.

Und noch ein ausgesprochen wunder Punkt: Warum muss Janneke diesen grässlichen Traum von ihrer Kopfverletzung träumen? Da blickt sich der Blitzkritiker mit Grauen weg und wendet sich lieber dem Weihnachtswein zu. Glotze aus – das hätte man ruhig schon vorher tun sollen. Frohe Weihnachten!

Nick Vogler

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