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Fernsehen Deshalb fehlt dem neuen „Magnum“ mehr als nur der Schnurrbart
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18:37 25.09.2018
Mann ohne Schnurrbart: der neue Magnum. Quelle: CBS Broadcasting
Hannover

Ich weiß genau, was Sie jetzt denken, und Sie haben recht: Eine Neuauflage der 80er-Kultserie „Magnum“? Was kann da schon schief gehen?

Die schnelle Antwort: So ziemlich alles. Und das, obwohl sich der US-Sender CBS eigentlich reichlich Mühe gegeben hat, die TV-Nostalgiker genauso zu bedienen wie die junge Zielgruppe, die noch nie in ihrem Leben von einem Privatdetektiv namens Thomas Magnum gehört hat.

Jede Menge Ferraris, schöne Frauen und eine malerische Insel: Die Neuauflage der legendären US-Krimiserie „Magnum“ fährt groß auf. Auf der Strecke bleibt der Charme des Originals.

Auf den ersten Blick ist beim Reboot alles beim alten geblieben: Der rotzig-freche Privatdetektiv Thomas Magnum (Jay Hernández) lebt wie die Made im Speck auf dem hawaiianischen Anwesen des Bestsellerautors Robin Masters, braust in dessen Ferrari über die malerische Insel und löst in jeder Folge einen neuen Fall. Meist mit Unterstützung seiner beiden Kumpels T.C. (Stephen Hill) und Rick (Zachary Knighton). Auch Robin Masters spießiger Hausverwalter Higgins ist samt dynamischen Dobermann-Duo wieder am Start, um Magnum das Leben schwerzumachen. Und selbst die Titelmelodie mit rasendem Helikopter über blauem Meer wurde nur leicht modernisiert.

Higgins ist jetzt eine Frau

Und was ist neu? Nun ja, Higgins (Perdita Weeks) ist eine Frau. Was zunächst als feministischer Fortschritt daherkommt, entpuppt sich relativ schnell als sehr simples Mittel der Drehbuchautoren, um ein wenig romantisches Geplänkel in die Serie zu bekommen. Weiterhin hat der neue Magnum keinen Schnauzbart mehr und ist auch sonst um einiges kleiner (1,74 Meter) als das imposante „Original“ Tom Selleck (1,92 Meter).

Wo wir auch schon bei dem großen Problem des Reboots sind: CBS hat eine einfallslose Serie ohne echte Ecken und Kanten produziert. Auf der Strecke geblieben ist alles, was das „Magnum“ der 1980er-Jahre einst ausmachte. Es fehlen der Charme und der anarchische Witz des Originals. Das neue „Magnum“ setzt stattdessen auf harte Action, schöne Frauen, schnelle Autos und die malerische Kulisse Hawaii. Witzig will man auch sein, aber irgendwie fehlt das richtige Timing, das einst die Originalbesetzung der Serie so auszeichnete.

Sexsymbol mit Augenzwinkern: Tom Selleck

Tom Selleck wurde damals nicht ohne Grund durch die Rolle des Thomas Magnum zum Weltstar beziehungsweise Sexsymbol. Er war der Inbegriff der Coolness. Seine wahnwitzigen Wortgefechte mit dem Ur-Higgins John Hillermann retteten so manche schlechte Folge. Hernández und Weeks mühen sich dagegen redlich, ähnliche Schlagabtausche abzuliefern – doch ihre Dialoge wirken im Vergleich mit den Vorbildern reichlich hölzern.

Und noch eine Besonderheit der alten „Magnum“-Folgen gehört nun anscheinend der Vergangenheit an: Jay Hernández spricht zwar aus dem Off mit den Zuschauern, doch direkt zuzwinkern wie der alte Magnum tut er seinem Publikum nicht. Das durfte wohl nur Tom Selleck.

Von Denis Krick/RND

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