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6000 Technikfreaks in Hamburg: Hacken als Lebensstil

Hamburg 6000 Technikfreaks in Hamburg: Hacken als Lebensstil

So viel Hacken war noch nie. Zum Auftakt des größten europäischen Hackerkongresses gibt es lange Warteschlangen. Rund 6000 Teilnehmer sind der Einladung des Chaos Computer Clubs (CCC) gefolgt und warten geduldig, bis sie ihr Teilnehmerbändchen bekommen haben.

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Sie spüren Sicherheitslücken in Computernetzen auf, knacken Vorhängeschlösser oder verschicken QR-Codes über Kurzwelle: Hacker aller Lebensbereiche treffen sich vier Tage lang in Hamburg. Foto: Malte Christians

Hamburg. Sie wollen die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr nutzen, um über Computertechnik und Politik zu sprechen, über Kurzwellenfunk oder das Knacken von Vorhängeschlössern. „Das ist mit Abstand der bisher größte Chaos Communication Congress, und wir erwarten noch einige mehr“, freut sich CCC-Sprecherin Constanze Kurz am Donnerstag in Hamburg.

„Auch Eltern können Hacker werden, das ist überhaupt kein Problem“, sagt der Mannheimer Hacker Florian Grunow. „Es geht dabei um den den Spirit, eine Technik bis an die Grenzen zu pushen, sie wirklich zu verstehen und hinter die Kulissen zu blicken.“

Einen Blick hinter die Kulissen einer Großbaustelle im US-Staat Utah wirft der US-Hacker Jacob Appelbaum in seiner Eröffnungsrede. Dort errichte der Geheimdienst NSA ein riesiges Rechenzentrum, das „uns alle ausspähen“ und die Daten 100 Jahre speichern solle. „Das ist eine unglaublich angsterregende Welt“, sagt der 29-jährige Aktivist der Hackergruppe Cult of the Dead Cow.

Appelbaum, der nach Auslandsreisen bei seiner Rückkehr in die USA mehrmals festgenommen wurde, ruft in einer emotionalen Rede die Kongressteilnehmer auf, sich zu entscheiden, ob sie „kalt und automatisiert“ werden oder sich für eine bessere Welt einsetzen wollten.

Die Technik zur Überwachung wird immer ausgefeilter, den Speicherkapazitäten sind längst keine Grenzen mehr gesetzt. „Natürlich ist es so, dass auch hier jeder Hacker ein Mobiltelefon dabei hat und damit eine mobile Ortungswanze“, sagt CCC-Sprecherin Kurz im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Aber die Leute in Hamburg hätten auch gelernt, sich zu schützen. „Es gibt ja die Möglichkeit, die Technik zu beherrschen, etwa mit Anonymisierung und Verschlüsselung.“ Dem CCC gehe es darum, dieses Wissen zu verbreiten.

Aber beim Hacking soll auch der Spaß nicht zu kurz kommen. Auf den Fluren und Zwischenebenen des Hamburger Kongresszentrums wird eifrig geschraubt und geklemmt. Die Mannheimer CCC-Mitglieder haben aus Ikea-Kisten eine Wand mit LED-Leuchten gebaut, die miteinander kommunizieren. Funkamateure der „Chaoswelle“ sind dabei, einen Sender mit geringer Watt-Leistung aufzubauen, mit dem ein QR-Code (eine Grafik mit verschlüsselten Informationen) in alle Welt geschickt werden soll.

„Wenn man Lust hat, etwas zu basteln, dann macht man das auch einfach“, sagt der Frankfurter Funkamateur mit dem Szenenamen „Macke“. Und beim „Lockpicking“ setzen Tüftler an mehreren Tischen ihr feinmechanisches Werkzeug ein, um Vorhängeschlösser zu knacken - zerstörungsfrei, wie der Hamburger „Picker“ Knud betont.

Wenn sich im Congress Centrum Hamburg eine Kamera zeigt, gibt es Teilnehmer, die schnell ihr Gesicht verdecken. „Eine gesunde Paranoia ist immer gut“, meint der Mannheimer Grunow. „Ich denke schon, dass hier auch Leute von Nachrichtendiensten rumlaufen. Die haben aber eher die Absicht, sich fachlich zu bilden.“

In der Öffentlichkeit haben Hacker oft das Image, sich am Rande oder auch schon mal jenseits der Legalität zu bewegen. Leute, die in fremde Computernetze eindringen oder Webseiten mit Daten-Attacken lahmlegen, verstoßen laut CCC-Sprecherin Kurz gegen die Hackerethik. „Zur Essenz des Hackens gehört es, die Chancen und Risiken von Technik abzuschätzen.“

Der CCC engagiert sich auch in der Politikberatung, Kurz etwa ist Sachverständige der Internet-Enquete des Bundestags. Ein parteipolitisches Engagement aber ist verpönt, wie Grunow sagt. „Wir sind ja deswegen stark und vertrauenswürdig, weil wir unabhängig sind.“

dpa

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