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14:00 03.11.2018
Das Web 3.0 soll besser werden als das Web 2.0 – transparenter, fairer, sicherer. Früher, in seiner Anfangszeit, war das Web einmal dezentral – und so soll es wieder werden. Quelle: Shutterstock
Berlin

Tim Berners-Lee war enttäuscht. Nein, das ist noch zu wenig. Tim Berners-Lee war am Boden zerstört, wie er in einem Interview erzählt. Die Tragödie spielte sich vor seinen Augen ab: Das Web war gescheitert. Das Versprechen, der Menschheit zu helfen, zumindest teilweise gebrochen. Und er, der Erfinder des World Wide Webs, war mit dem Weg, den seine Erfindung eingeschlagen hatte, gar nicht zufrieden.

Man muss sich nur Facebook anschauen, um das zu verstehen. Ein Blick auf die vergangenen Monate reicht dabei schon völlig. März 2018: Der Cambridge-Analytica-Skandal wird bekannt. Die Firma hatte sich Daten von rund 87 Millionen Facebook-Nutzern verschafft. September 2018: Facebook berichtet, dass Hacker Zugriff auf rund 30 Millionen Profile erhalten hatten. Sie interessierten sich unter anderem für die zuletzt besuchten Orte und die jüngsten Facebook-Suchanfragen.

Oktober 2018: Facebook sperrt erneut Hunderte Konten und Seiten. Damit versucht das Netzwerk, Spam und Propaganda in den Griff zu bekommen. Erst im Jahr 2016 hatten politische Akteure die Mechanismen von Facebook gezielt genutzt, um die Wahl des amerikanischen Präsidenten zu beeinflussen. Dagegen unternommen hatte Facebook nichts.

Wenn alle Daten an einem Ort liegen, reichen drei Bugs, damit Hacker sie stehlen können.

Hacks, Manipulationen, Datensammler, Desinformationen per Algorithmus: Wenn alle Daten an einem Ort liegen, dann gibt es nur einen einzigen Punkt, an dem etwas schiefgehen muss. Dann reichen drei Bugs aus, damit Hacker die Daten von Millionen Menschen stehlen können. Dann können Facebook, Twitter und Google aus den angehäuften Daten ihrer Nutzer ein Geschäftsmodell machen. Dann wird Facebook automatisch zu einem lohnenswerten Ziel für Angriffe und Manipulationen. Dann kann ein Staat einen Service wie Whatsapp abschalten und die Kommunikation seiner Bürger lahmlegen.

„Die Menschen erleben heute die negative Seite der Zentralisierung in vielerlei Hinsicht“, sagt etwa Dietrich Ayala von Mozilla, einer Software-Community, die offene Standards und freie Software wie zum Beispiel den Mozilla-Firefox-Browser fördert.

Denn die Macht, Entscheidungen zu treffen, liege heute bei den Seitenbetreibern, nicht bei den Nutzern. Wenn Twitter kein Problem in einer rassistischen Beleidigung sieht, dann ist das eben so. Wenn Google beschließt, Google+ den Stecker zu ziehen, sind die Nutzer machtlos.

Tim Berners-Lee, der Erfinder des World Wide Web. Quelle: World Wide Web Foundation/AP

Doch nicht alle sind bereit, diese Entwicklung einfach so hinzunehmen – auch Tim Berners-Lee nicht. Er hat deshalb die Plattform Solid gegründet, die eine technische Grundlage für diverse Onlinedienste sein soll. Die Grundidee dahinter ist gar nicht so kompliziert: Warum sollten wir Facebook, der Apple Watch oder Google die Informationen über unsere Freundschaften, Termine und Joggingrunden überlassen?

Anstatt überall unsere Daten zurückzulassen, will Berners-Lee, dass wir sie von einer Website, von einer App zur nächsten mitnehmen – und zwar mithilfe des Solid-PODs. Das sei ein bisschen so wie ein sicherer USB-Stick für das Web, erklärt Solid auf seiner Website. Nutzer können Apps oder anderen Menschen erlauben, auf den POD zuzugreifen. Aber sie behalten die vollständige Kontrolle über ihre Daten.

Bisher lagern die Daten von Millionen Menschen auf Servern einzelner Unternehmen. Das neue Web soll anders funktionieren. Es soll dezentral mehr Sicherheit bieten. Quelle: imago

Solid soll helfen, das Web wieder dezentral zu machen. Man könnte auch sagen: Der Erfinder des Webs erfindet das Web noch einmal neu. Er ist dabei nicht allein. Eine ganze Generation von Codern, Entwicklern und Hackern arbeitet schon an der Ablöse des Web 2.0.

Sie sagen: Es ist Zeit für das Web 3.0. Die Ideen dazu schwirren schon seit geraumer Zeit herum. Doch so langsam nehmen sie Form an. Dabei ist eines klar: Das Web 3.0 soll besser werden als das Web 2.0 – transparenter, fairer, sicherer. Früher, in seiner Anfangszeit, war das Web einmal dezentral – und so soll es wieder werden.

Das heißt: weniger Macht für Websitebetreiber und mehr Macht für Nutzer. In ihren Händen soll das Web liegen. Hinter den Kulissen ziehen dann ganz neue Technologien die Fäden. Denn anstelle großer Plattformen übernehmen Netzwerke aus zusammengeschlossenen Rechnern wieder das Ruder.

Viele Ideen statt einem konkreten Masterplan

Für die Umsetzung gibt es nicht einen konkreten Masterplan, nachdem alles Stück für Stück zusammengesetzt wird. Stattdessen gibt es gerade viele verschiedene Ideen, Technologien und Wünsche. Solid von Tim Bernes-Lee zum Beispiel zeigt, wie sich etwa Daten zwischen verschiedenen sozialen Netzwerken austauschen lassen, ohne dass die Privatsphäre leidet.

Zu dieser Bewegung um das dezentralisierte Web (Dweb), zu der zum Beispiel auch Mozilla gehört, stoßen andere, zum Beispiel aus der Blockchain-Bewegung. Arbeiten sie zusammen, dann – so die Hoffnung – entsteht am Ende eine gutes Web 3.0.

Die Zukunft des Webs ist jung, international und gut gekleidet. Sie ist in Berlin zusammengekommen, um gemeinsam drei Tage lang auf dem Web3 Summit über das Web von morgen zu diskutieren. Gerade spricht Juan Benet, der unter anderem IPFS erfunden hat, ein Protokoll, das das Web schneller, sicherer und offener machen soll.

Jutta Steiner, Gründerin von Parity Technologies, bei der Konferenz TechCrunch Disrupt in Berlin. Quelle: Noam Galai/Getty

Benet steht inmitten des Großen Aufnahmesaals 1 im Berliner Funkhaus. Bis 1990 hatte der Rundfunk der DDR hier seinen Sitz, über Benet ragt noch die große Konzertorgel auf, das Licht ist gedämpft. „Ihr seid Teil der wenigen Glücklichen, die in der Lage sind, diese Dinge zu bauen. Es ist für euch umso wichtiger, sehr vorsichtig dabei zu sein, wie ihr das tut“, sagt Benet. Er schließt mit den Worten: „Baut eine glänzende Zukunft.“ Rund tausend Menschen applaudieren.

Die Technologien des Web 3.0 sollen ihren Nutzern weniger Vertrauen abverlangen, erklärt Jutta Steiner, Gründerin und CEO von Parity Technologies. Die Technologien sollen von Anfang an so aufgebaut sein, dass sie keine Mittelsmänner mehr brauchen.

Mittelsmänner, das sind zum Beispiel Unternehmen wie Facebook, aber auch Paypal, Uber oder Airbnb. Sie bieten einen Service: Ruf eine Mitfahrgelegenheit, buch dir für ein paar Tage in einer unbekannten Stadt eine Unterkunft. Dabei entsteht oft der Eindruck, Fahrer und Fahrgast, Vermieter und Reisender stünden in direktem Austausch miteinander. In Wirklichkeit erfolgt ihre Kommunikation aber über die Server von Uber, Airbnb und Co., die daran verdienen, dass sie Menschen vernetzen.

Nutzer von Facebook & Co. können nur hoffen

Es hat vielleicht auch den Anschein, als könnte man sich auf Facebook direkt mit seinen Freunden austauschen, doch am Ende landen alle Daten bei Facebook. Wer Facebook und Co. nutzt, dem bleibt also nichts anderes übrig, als zu hoffen, dass die Unternehmen wirklich nur das tun, was sie in ihren Nutzungsbestimmungen vorgeben – und sie nicht plötzlich einfach ändern.

Das Web 3.0 dagegen soll transparenter sein. In einem sozialen Netzwerk des Web 3.0 könne man dann beispielsweise als Nutzer genau nachvollziehen, wem man Zugang zu seinem Freundesnetzwerk gegeben hat oder wer Zugang zu den Events im Kalender hat, sagt Steiner.

Ihr neuestes Projekt namens Polkadot stellt eine Basis bereit, auf der andere Entwickler aufbauen und Anwendungen für das neue Web kreieren können. Polkadot ist ein Blockchain-Protokoll. Hier, auf dem Web3 Summit, setzen viele ihre Erwartung auf die Blockchain. Wenn Dezentralisierung das Ziel ist, so glauben sie, dann ist die Blockchain eine richtig gute Möglichkeit, dort anzukommen.

Mark Zuckerberg sagt vor dem US-Senat aus. In der Anhörung ging es um Facebooks Missbrauch von Daten. Quelle: Imago

Doch die Blockchain genießt nicht bei allen einen so guten Ruf. Das liegt daran, dass sie außerhalb der Tech-Szene vor allem mit der Kryptowährung Bitcoin und deren extremen Kursschwankungen verbunden wird. Dabei ist die Blockchain viel mehr als nur Bitcoin.

Einfach gesagt, ist sie eine Möglichkeit, um Informationen zu speichern. Transferiert eine Person an eine andere beispielsweise Geld, dann wird das auf der Blockchain festgehalten. Wie an einer Kette werden so immer neue Datenblöcke aneinandergehängt. Jeder Block hat einen Zeitstempel und verweist auf seinen Vorgänger. Ist also einmal etwas in einer Blockchain hinterlegt, ist es extrem gut gegen Manipulation geschützt. Etwas umzuschreiben ist fast unmöglich.

Das Besondere ist nun: Eine Blockchain liegt nicht einfach in einem einzigen Rechenzentrum herum – ist also nicht einfach irgendwo zentral gespeichert. Stattdessen wird sie dezentral verwaltet. In einem großen Computernetzwerk wird sie fortgeschrieben und überprüft. Die in der Blockchain gespeicherten Informationen sind verschlüsselt, nur wer den passenden Schlüssel hat, kann auf sie zugreifen.

Ob das Web 3.0 funktioniert, hängt nicht allein von der Technik ab.

Die Blockchain verspricht so ganz neue Möglichkeiten. Heute scheuen wir uns beispielsweise noch, unsere medizinischen Daten zu erfassen und dann zum Beispiel der Krankenkasse oder einer einzigen App zu überlassen. Aber wie wäre es, wenn wir selbst bestimmen können, mit wem wir sie teilen? Erste Projekte dazu gibt es schon. So hat der berühmte Genetiker George Church ein Blockchain-Start-up für Gensequenzierung gegründet.

Im Zeitalter des Web 2.0 bieten Unternehmen wie 23 and Me günstige Gentests an. Die Daten lagern dann aber auch auf Servern des Unternehmens, und 23 and Me teilt sie für Geld mit Pharmakonzernen. Churchs Start-up „Nebula Genomics“ will dagegen die DNA-Daten auf einer Blockchain speichern. Dann sollen die Eigentümer selbst entscheiden können, ob sie sie der Wissenschaft zur Verfügung stellen oder zum Beispiel Teile davon an Pharmaunternehmen verkaufen wollen. Sie entscheiden, mit wem sie ihren Schlüssel teilen.

Die Aufgabe für Entwickler wie Mozilla besteht darin, das, woran sich die Menschen im Web 2.0 gewöhnt haben, dezentral nachzubauen. Quelle: Andrej Sokolow/dpa

Wie wird sich das Web 3.0 anfühlen? Wahrscheinlich gar nicht so anders. Die Nutzer werden wohl auch einen Browser benutzen, es wird weiterhin Apps geben, nur eher andere. Statt Twitter nutzen wir dann vielleicht Mastodon, eine dezentralisierte App aus Jena.

Die Aufgabe für die Entwickler besteht einerseits darin, das, woran sich die Menschen im Web 2.0 gewöhnt haben, dezentral nachzubauen: Das neue Web braucht auch weiterhin soziale Netzwerke, Messenger oder eine Möglichkeit zur Videotelefonie. Gleichzeitig, so die Hoffnung, gibt es im Web 3.0 aber auch Spielraum für Dinge, die man sich noch gar nicht so richtig vorstellen kann. Schließlich dachte in Zeiten des ersten Webs auch niemand wirklich an so etwas wie Snapchat.

„Das Design ist entscheidend“

Ob das mit dem Web 3.0 klappt, hängt aber nicht allein von der Technik ab. „Das Design ist entscheidend“, sagt Ayala. Menschen sind bequem, auch wenn es um ihre Sicherheit oder Privatsphäre geht. „Dezentrale Apps und Services haben das Potenzial, bessere Leistung und Benutzerfreundlichkeit zu bringen“, sagt Ayala – nur müssen sie das auch umsetzen.

Dass das nicht einfach wird, dass es auf dem Weg ins Web 3.0 noch viel zu tun gibt, ist allen klar. Aber vielleicht werden die Apps, die wir in Zukunft benutzen werden, gerade schon geschrieben.

Bald überholt? Die Giganten des Web 2.0

Facebook

Mehr als zwei Milliarden Menschen besuchen mindestens einmal im Monat Facebook. Damit ist das Netzwerk größer als jeder Staat der Welt. Gegründet wurde Facebook von Mark Zuckerberg, der auch heute noch quasi absolute Kontrolle über das Unternehmen hat. Konkurrenz hat Facebook in der Vergangenheit öfter einfach aufgekauft. Inzwischen gehören auch Instagram (mehr als eine Milliarde aktive Nutzer) und WhatsApp (1,5 Milliarden Nutzer) zu Facebook.

Google

Google hat das Web nutzerfreundlich gemacht. Die Suchmaschine machte es möglich, Webseiten zu finden, ohne dass man deren genaue Adresse kennen musste. Heute ist Google die am häufigsten besuchte Website der Welt. Doch die Suchmaschine ist inzwischen nur noch eines von vielen Google-Produkten, zu denen zum Beispiel Google Mail, Maps, aber auch die Videoplattform Youtube gehören. Das Unternehmen Google LLC selbst gehört wiederrum zum Megakonzern Alphabet, der unter anderem Unternehmen in den Bereichen künstliche Intelligenz und selbstfahrende Autos umfasst.

Eine übergroße Android-Figur auf dem Firmencampus von Google im kalifornischen Mountain View: Das Betriebssystem Android, dass auf einem Großteil aller Mobiltelefone läuft, wird ebenfalls von Google kontrolliert. Quelle: Christoph Dernbach/dpa

Amazon

Die Geschichte von Amazon begann mit dem Onlineversandhandel von Büchern. Inzwischen gibt es auf der Plattform so gut wie alles zu kaufen – vom Geschirrspüler bis zu den Spülmaschinentabs. Doch Amazon ist mittlerweile mehr als nur ein Marktplatz. Vor allem das Cloud-Geschäft ist für Amazon lukrativ: So nutzen zum Beispiel Dropbox, Netflix oder auch Reddit die Dienste der Web-Plattform Amazon Web Services (AWS). Im September hatte Amazon sogar vorübergehend einen Börsenwert von mehr als einer Billion Dollar erreicht – als erstes US-Unternehmen nach Apple.

Twitter

Rund 326 Millionen User hat Twitter derzeit. Damit fällt die Plattform zwar hinter andere soziale Netzwerke zurück (wäre es ein Land, hätte es ungefähr so viele Einwohner wie die USA). Aber Twitter ist vor allem einflussreich. Nicht nur, weil es dafür verantwortlich ist, dass man das Zeichen # nicht mehr als Raute, sondern als Hashtag liest. Sondern deshalb, weil es von Politikern, Stars und Mächtigen genutzt wird, um ihre Botschaften zu verbreiten. Donald Trump könnte ohne Twitter wahrscheinlich gar nicht mehr existieren.

Bezahlen ohne Grenzen: Der Bitcoin wird 10 Jahre alt

Vor zehn Jahren legte ein Papier die Grundlage für den Bitcoin - eine Währung, die im Internet entstand. Quelle: Jens Kalaene/dpa

Der Grundstein für den Bitcoin wurde vor zehn Jahren gelegt. Jemand veröffentlichte unter dem Namen „Satoshi Nakamoto“ ein Papier, das die Prinzipien für autonomes digitales Geld beschrieb. Die Frage, wer hinter dem Namen steckt, ist bis heute nicht geklärt. Aber das Papier beschrieb eine revolutionäre Idee: keine Kontrolle durch eine Zentralbank, keine nationale Grenzen. Für Vertrauenswürdigkeit und Absicherung soll stattdessen ein Mechanismus namens Blockchain sorgen.

Der Vorstoß fiel in eine wirtschaftlich turbulente Zeit: Der Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers hatte das globale Finanzsystem in die Krise gestürzt. Der Bitcoin tauchte aus dem Nichts als eine Alternative auf.

Der Bitcoin-Einsatz kam nur langsam in Gang. Legendär ist die Geschichte vom Programmierer, der 2010 für zwei gelieferte Pizzen mit 10 000 Bitcoin bezahlt haben soll. Auf dem Höhepunkt der Bitcoin-Euphorie Ende 2017 wäre das Paket rund 170 Millionen Euro wert gewesen.

Engpässe bei Grafikkartenherstellern

Zu den Ersten, die von den Vorzügen einer weitgehend anonymen Digitalwährung profitieren wollten, gehörten Onlinekriminelle. Auf Untergrundmarktplätzen konnten mit Bitcoin unter anderem Drogen oder Waffen bezahlt werden. Zugleich zeichnete sich der Bitcoin schon in den ersten Jahren durch extreme Kursschwankungen aus, die Spekulanten anlockten.

Die öffentliche Aufmerksamkeit und die Endlichkeit der Ressource Bitcoin, von dem nur 21 Millionen Einheiten generiert werden können, lösten in den vergangenen Jahren einen regelrechten Goldrausch aus. Der Kurs schnellte immer weiter in die Höhe.

Zu den Konsequenzen gehörte auch, dass der Grafikkartenspezialst Nvidia plötzlich mit Engpässen bei einigen Topmodellen zu kämpfen hatte, die besonders effizient beim „Schürfen“ der Bitcoin-Einheiten sind. Kriminelle Hacker, die heimlich Rechenleistung auf fremden Computern abzweigen, nutzen sie jetzt bevorzugt nicht mehr für den Massenversand zweifelhafter E-Mails, sondern zum Generieren von Bitcoin. Die ahnungslosen Nutzer müssen dafür mit höheren Stromrechnungen bezahlen.

Der Strombedarf des Bitcoin-Systems ist enorm

Denn die Bitcoin-Produktion erfordert inzwischen nach dem von Satoshi Nakamoto vorgesehenen Verknappungssystem die Rechenleistung von Serverfarmen. In Island mit seinem billigen Geothermiestrom entstand daraus eine ganze Industrie. Der Strombedarf des Bitcoin-Systems ist enorm. Die Rechenprozesse verbrauchten bereits pro Tag so viel Strom, wie gut 12 000 Vier-Personen-Haushalte in Deutschland im ganzen Jahr benötigten.

Obwohl der Bitcoin in diesem Jahr rund zwei Drittel seines Werts verlor, ist die Goldrauschstimmung noch nicht verflogen. Und das technische Fundament des Bitcoin, die Blockchain-Idee, wird inzwischen auch von Banken sowie in vielen anderen Industrien geprüft.

Von Andrej Sokolow

Von Anna Schughart

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