Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Online-Marktplätze auf Wachstumskurs

Berlin Online-Marktplätze auf Wachstumskurs

Mit einem Klick folgen gestrickte Fingerpuppen auf selbstgenähte Taschen und Designermöbel. Eine Mischung, mit denen Online-Marktplätze seit Jahren einen Nerv zu treffen scheinen.

Voriger Artikel
Apple ringt weiter um US-Verkaufsverbot gegen Samsung
Nächster Artikel
Rechtschreibrat: Twitter und SMS schaden der Sprache

Der Schriftzug des Online-Marktplatzes Dawanda in einem Ladengeschäft der Plattform. Foto: Laurin Schmid

Berlin. „Es gibt einen Trend hin zu Produkten, die einzigartig sind oder einen Wert bieten, der über das rein Materielle hinausgeht“, sagt Dawanda-Gründerin Claudia Helming. Auf ihrer Internet-Plattform bieten Verkäufer ihre selbstgestalteten Produkte in niedriger Stückzahl an. Seit der Marktplatz vor sechs Jahren aus der Taufe gehoben wurde, sind die Nutzerzahlen kontinuierlich gestiegen.

Inzwischen hat Dawanda über zwei Millionen Nutzer. Für dieses Jahr wird ein Umsatz von sieben Millionen Euro erwartet - nach 4,5 Millionen Euro im Vorjahr. Der Handelsexperte Jörg Funder von der Fachhochschule Worms sieht dahinter einen klaren Trend: „In einer Gesellschaft, wo eigentlich jeder alles hat, wird Konsum wieder Ausdruck der Individualität“, meint er. „Wir waren ja sehr lange in einem sehr preisgetriebenen Segment. Und das haben wir hinter uns.“

Laut Kati Krause, Sprecherin des Dawanda-Konkurrenten Etsy, wollen Käufer inzwischen nicht nur Produkte, die sonst keiner hat, sondern auch Informationen über den Verkäufer, den sonst keiner kennt. Die sei über die Online-Marktplätze möglich: „Das ist im Augenblick das Transparenteste, was du haben kannst - außer, du wohnst direkt neben dem Hersteller.“ Ein Trend, der vor allem Frauen anzuziehen scheint: Der typische Dawanda-Kunde sei weiblich, sagt Helming. „Der hat nur sehr wenig männliche Gene.“

Seit 2011 ist die Plattform des US-amerikanischen Unternehmens Etsy auf deutsch zugänglich. Das Geschäftsmodell ist ähnlich wie bei Dawanda: Beide erheben Gebühren für jeden eingestellten Artikel und erhalten eine Verkaufsprovision in Höhe von 3,5 beziehungsweise 5 Prozent.

„Ich vergleiche es ja immer ganz gerne mit der Bio-Bewegung“, beschreibt Helming die über die Jahre gewachsene Lust am Selbermachen. In allen größeren Städten gebe es Märkte, Do-it-yourself-Magazine sind beliebt, und in Wohnzeitschriften seien Rubriken zum Selbermachen enthalten. „Da greift schon eine Entwicklung um sich.“

Der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (BVH) sieht in den Plattformen noch großes Wachstumspotenzial. Vor allem für junge Künstler sei es ein guter Weg, ihren Bekanntheitsgrad zu steigern, sagt Sprecherin Christin Schmidt. „Gerade junge Künstler oder Start-ups kommen viel schneller in die Branche rein.“

So wie beim Modelabel Costura, das ein Geschäft in Berlin betreibt und weitere Läden beliefert. 2009 kam ein Profil bei Dawanda hinzu. „Einen eigenen Online-Shop haben wir nicht, darum sind wir eben bei Dawanda“, erläutert Mitinhaberin Sabrina Hilbig. Darauf könne sie potenzielle Kunden verweisen. „Die nehmen es dann dankend an und sagen: Ja, kenne ich (...), ich bestelle im Nachhinein vielleicht noch einmal das ein oder andere Teil.“

Neben den Trends zu selbstgemachten Produkten und transparenterem Konsum können Seiten wie Dawanda und Etsy auch auf einen boomenden Internethandel zurückgreifen. Mit 27,5 Milliarden Euro Umsatz rechnet der BVH für 2012 - eine Steigerung um 26 Prozent. Zumindest die selbst gemachten Produkte würden dem restlichen Handel keine Kunden wegnehmen, sagt Schmidt: „Diese Produkte sind eindeutig ein Bereich, der den klassischen Handel, wie wir ihn bisher kannten, ergänzt.“

Bei Dawanda ist die Strategie auf Expansion gerichtet. In mehreren europäischen Städten richtete das Berliner Unternehmen in diesem Jahr Niederlassungen ein, die Mitarbeiterzahl stieg innerhalb eines Jahres von 60 auf 150. In diesem und dem kommenden Jahr wird Dawanda nach eigenen Angaben daher rote Zahlen schreiben.

Die Entwicklung sieht Dawanda-Gründerin Claudia Helming indes noch am Anfang. „Wir erleben dieses Jahr wirklich dann allmählich so den Durchbruch des Handgearbeiteten. Ich glaube, das ist jetzt der Anfang für eine Reise, die noch sehr viel größer werden kann.“

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Neu im Netz
Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. Klicken Sie hier, um die Galerie für den April 2018 zu sehen!

Der HSV gewinnt sein wichtiges Heimspiel gegen den SC Freiburg mit 1:0. Schaffen die Hamburger noch den Klassenerhalt?

  • Hochzeitszauber
    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informationen und kompetente Ansprechpartner in und um Lübeck für Ihre Traumhochzeit.

    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informat... mehr

  • Reisetipps
    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber.

    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber. mehr

  • Events & Veranstaltungen
    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe.

    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe. mehr

  • Lifestyle

    Unser Lifestyle-Portal mit nützlichen News und Tipps: Informieren Sie sich über Mode, Beauty und aktuelle Trends. Mehr Schwung, mehr Spaß... mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Kommentar

Bissig, polemisch, kontrovers: Kommentare aus den LN.

TV-Vorschau

Unsere Kolumne zeigt, wo sich das Einschalten lohnt.

Sonntagsreden

Von Börse bis Fußballplatz - Blogs unserer "Edelfedern".

Kreuzwort

Auch online wartet täglich ein neues Rätsel auf Sie. Jetzt rätseln!

Sudoku

Bleiben Sie geistig aktiv – mit japanischem Gehirnjogging.

24. Juli 2017 - Alev Doğan in Allgemein

Es gibt eine Wahrheit, vor der auch ich mich schon lange drücke. Eine, die auszusprechen weh tut: Um die Türkei steht es im Moment nicht gut. Ach was, um die Türkei steht es im Moment miserabel.

mehr