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17:11 03.07.2013
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Im Projekt DDR-Zeitungsportal archiviert wurden die drei DDR-Tageszeitungen „Neues Deutschland“, „Berliner Zeitung“ und „Neue Zeit“ von Beginn ihres Erscheinens bis 1990 beziehungsweise 1994 („Neue Zeit“). Gefördert wurde das Projekt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Ob Berichte über den Volksaufstand am 17. Juni 1953 oder damalige Kommentare zur Ausweisung von Dichter Wolf Biermann im Jahr 1976: Die einzelnen Artikel der von der SED-Diktatur überwachten und zensierten Presse sind per Volltextsuche abrufbar. Das ZZF Potsdam steuerte vertiefende Informationen durch Einführungs- und Hintergrundtexte zum DDR-Pressesystem bei. Biografische Informationen liefert die Datenbank der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur „Wer war wer in der DDR“.

Das Presseportal werde die DDR-Forschung verändern und die Suche nach historischen Quellen „unglaublich“ erleichtern, sagte die ZZF-Historikerin Christine Bartlitz. Vergleichbar seien die DDR-Blätter mit heutigen Zeitungen nicht. „Die Sprache war normiert und bestand aus reinem Fachdeutsch, es klingt wie eine Parolensprache“, sagte Bartlitz. „Aber: Die Zeitungen wurden trotzdem gelesen.“ Denn viele Botschaften hätten sich zwischen den Zeilen befunden.

Berichte über die Ausweisung Biermanns etwa hätten - wenn auch nicht explizit aufgeschrieben - klare Warnungen des Regimes an andere Kulturschaffende und Intellektuelle in der DDR enthalten. „Oder es gab Meldungen, dass Fleisch eher schädlich und Eier besonders gesund seien“, berichtete Bartlitz. Die eigentliche Botschaft solcher Verbrauchermeldungen sei aber eine andere gewesen: „Das Fleisch war dann gerade knapp und die Regale leer. Als Ersatz konnten die Leute viele Eier essen“, sagte die Historikerin.

DDR-Presseportal

Zentrum für Zeithistorische Forschung

dpa

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