Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 1 ° Gewitter

Navigation:
Trendforscher: Schnäppchenportale bleiben populär

Berlin Trendforscher: Schnäppchenportale bleiben populär

Mancher, der die tägliche Flut an Gutschein-Mails über sich ergehen lässt, würde gerne das Ende der Online-Schnäppchenportale ausrufen. Doch dieses wird wohl noch lange auf sich warten lassen.

Voriger Artikel
Apple verliert Patentverfahren gegen Sony und Nokia
Nächster Artikel
Groupon-Europachef: Rabattportale müssen in USA lernen

Das Ende des Online-Schnäppchens in Deutschland ist noch fern, sagt ein Trendforscher. Foto: Frank Kleefeldt

Berlin. „Die Wahrscheinlichkeit, dass das wieder verschwindet, ist gleich Null. Die Frage ist nur: Wer wird noch am Markt sein?“, sagt der Trendforscher Peter Wippermann.

Dabei deuteten zuletzt einige Zeichen auf ein Abflauen des sogenannten Couponings im Internet hin. Der weltweite Marktführer Groupon erlebte eine drastische Abkühlung des zuvor explosiven Wachstums. Der Kurs der Groupon-Aktie stürzte vom Ausgabepreis von 20 Dollar innerhalb eines Jahres auf weniger als ein Viertel ab. Der Online-Einzelhändler Amazon schrieb die Beteiligung am Schnäppchenmarkt LivingSocial fast vollständig ab. Immer wieder wurde der europäische Markt als ein Grund für die Probleme der Branche genannt.

Auch Groupon machte das Europa-Geschäft besonders zu schaffen. Trendforscher Wippermann sieht darin jedoch kein Indiz für das Aussterben der Gutscheinportale. „Diese Schnäppchenkultur war bei uns extrem unterentwickelt. Wir liegen gegenüber der USA ungefähr fünf Jahre zurück.“

In den Vereinigten Staaten, der Heimat Groupons, sei das Sammeln von Rabattmarken und Gutscheinen zum Einkaufen schon viel früher allgemein üblich gewesen. Ein Grund dafür: „Die soziale Schere geht in den USA weitaus mehr auseinander als bei uns“, sagt Wippermann. Bei den Partnerbetrieben der Portale sei es zudem schon früh zu Ernüchterungswellen gekommen, nachdem sie Verlustgeschäfte machen mussten. „Sie als Unternehmen wollen 100 Wiener Schnitzel verkaufen. Dann verkauft Groupon dafür aber plötzlich 500 Gutscheine. Dann müssen sie 400 Schnitzel mit Verlust verkaufen“, erklärt Wippermann.

Groupon-Vertreter reagieren ausweichend, wenn sie mit den Problemen des europäischen Marktes konfrontiert werden. „Wir müssen hier in Europa wesentlich mehr auf technische Innovation setzen, so wie es in den USA längst gemacht wird“, sagt Deutschlandchef Jens Hutzschenreuter. Sein Unternehmen sei in den vergangenen sechs Monaten durch einen Umbauprozess gegangen. Nun soll etwa ein neues Buchungssystem Erfolg bringen, die Groupon-App populärer gemacht werden. Die Auswertung von Daten soll zudem intensiver zum richtigen Angebot führen. „Ein Kunde interessiert sich für Golf, kauft einen Golfschläger - dann bieten wir ihm also eine Golfreise an“, erklärt Hutzschenreuter.

Hauptkonkurrent DailyDeal setzt auf die Einführung von Markenshops. Der Gründer der Google-Tochter, Fabian Heilemann, sieht keine Krise der Branche in Europa: „Die Entwicklung in den vergangenen Jahren zeigt, dass sich der Markt gerade erst entwickelt. Das Interesse von Unternehmen und Konsumenten steigt kontinuierlich.“ Er ist sich sicher: „Deutschland wird Schritt für Schritt zu klassischen Schnäppchennationen wie den USA aufholen.“

Trendforscher Wippermann bestätigt dies. Kleinere Unternehmen würden es aber immer schwieriger haben. „In Deutschland gibt es noch viel zu viele Anbieter.“ Im globalen Markt werde sich alles auf Groupon und DailyDeal konzentrieren. Wenn es nach dem Trendexperten geht, dürften sich die großen Internetriesen auf Groupon stürzen. „Groupon ist noch eigenständig. Ich vermute, dass das irgendwann in ein anderes Unternehmen integriert wird.“ Auch Facebook gehe schließlich langsam in den Bereich der mobilen Bezahlung. „Es ist nicht auszuschließen, dass Facebook Groupon kauft.“ Zum Schnäppchen dürfte das Schnäppchenportal nicht werden: Trotz der erheblichen Kursverluste an der Börse liegt der Marktwert von Groupon derzeit bei rund 3,25 Milliarden Dollar. Vor dem Börsengang soll Google allerdings noch rund sechs Milliarden Dollar geboten haben.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Neu im Netz
Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. Klicken Sie hier, um die Galerie für den April 2018 zu sehen!

Der HSV gewinnt sein wichtiges Heimspiel gegen den SC Freiburg mit 1:0. Schaffen die Hamburger noch den Klassenerhalt?

  • Hochzeitszauber
    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informationen und kompetente Ansprechpartner in und um Lübeck für Ihre Traumhochzeit.

    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informat... mehr

  • Reisetipps
    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber.

    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber. mehr

  • Events & Veranstaltungen
    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe.

    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe. mehr

  • Lifestyle

    Unser Lifestyle-Portal mit nützlichen News und Tipps: Informieren Sie sich über Mode, Beauty und aktuelle Trends. Mehr Schwung, mehr Spaß... mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Kommentar

Bissig, polemisch, kontrovers: Kommentare aus den LN.

TV-Vorschau

Unsere Kolumne zeigt, wo sich das Einschalten lohnt.

Sonntagsreden

Von Börse bis Fußballplatz - Blogs unserer "Edelfedern".

Kreuzwort

Auch online wartet täglich ein neues Rätsel auf Sie. Jetzt rätseln!

Sudoku

Bleiben Sie geistig aktiv – mit japanischem Gehirnjogging.

24. Juli 2017 - Alev Doğan in Allgemein

Es gibt eine Wahrheit, vor der auch ich mich schon lange drücke. Eine, die auszusprechen weh tut: Um die Türkei steht es im Moment nicht gut. Ach was, um die Türkei steht es im Moment miserabel.

mehr