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14:24 12.01.2018
Intel-Chef Brian Krzanich spricht auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas. Quelle: Jae C. Hong
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Las Vegas

111 Sekunden. Länger wollte sich Intel-Chef Brian Krzanich auf der Technikmesse CES nicht mit dem gewaltigen Chip-Debakel rund um die Sicherheitslücken „Meltdown“ und „Spectre“ beschäftigen.

Viele CES-Besucher hatten auf eine echte Entschuldigung gehofft und wollten in der Keynote-Ansprache auf der Technik-Messe CES das Versprechen hören, dass der weltgrößte Chip-Hersteller in Zukunft dem Thema Sicherheit einen größeren Stellenwert einräumen wird.

Anstatt das eigene Versagen einzuräumen, las Krzanich die PR-Sätze auf dem Teleprompter ab, in denen er die „Zusammenarbeit der Industriepartner“ pries und die Botschaft vermitteln wollte, dass doch eigentlich nicht Schlimmes passiert ist.

Dieser laxe Umgang mit der Verantwortung für eine sehr grundlegende und gravierende Sicherheitslücke war dann selbst für das US-Publikum auf der CES zuviel, das sonst nicht unbedingt Themen wie Sicherheit und Datenschutz großen Stellenwert einräumt. Die Tatsache, das Krzanich noch vor der öffentlichen Bekanntgabe große Teile seines Intel-Aktienpaketes verkauft hatte, heizten Forderungen nach seinem Rücktritt an. Erst zwei Tage später veröffentlichte er einen offenen Brief, in dem er einen Fokus auf Sicherheit beschwor und mehr Transparenz versprach.

Doch nicht allein der Intel-Chef blendete auf der CES das Thema Sicherheit weitgehend aus. Auch in den anderen Keynote-Ansprachen redeten die Chefs von Ford oder Huawei viel um den heißen Brei herum. Dabei konnten die Besucher am eigenen Leib erleben, was passiert, wenn die Technik nicht wie vorgesehen funktioniert.

Am zweiten Messetag kam das Thema Sicherheit dann unfreiwillig doch noch auf die CES-Agenda: Ein Stromausfall sorgte dafür, dass in der großen Messehalle der CES über zwei Stunden lang die Lichter ausblieben und nur noch die Geräte liefen, die mit einem Akku ausgestattet waren. Immerhin war wohl kein Hackerangriff für den Blackout verantwortlich, sondern die Wassermassen, die bei einem Sturzregen am Vortag über dem Las Vegas Convention Center niedergegangen und dann in eine Trafostation eingesickert waren.

Immerhin war der Stromausfall schnell wieder vergessen. Ein anderes Thema dürfte dagegen die CES-Veranstalter dagegen noch längere Zeit beschäftigen. Nicht nur den Besucherinnen der CES stieß sauer auf, dass quasi alle wichtigen Vorträge auf der Messe allein von Männern gehalten wurden, obwohl der Veranstalter schon vor Jahren versprochen hatte, auch weibliche Stimmen verstärkt zu Wort kommen zu lassen.

Um die Kritik an der CES-Agenda abzuschwächen, wurde die geplante Keynote-Ansprache von YouTube-Manager Robert Kyncl kurzfristig in eine Diskussionsrunde umgewandelt, in der auch die Managerinnen Nancy Dubuc (A+E Networks) und Kristin Dolan, Chefin der Marktforschungsfirma 605, auf dem Panel saßen.

Immerhin sah sich CES-Chef Gary Shapiro von der Consumer Technology Association zu einem Versprechen gezwungen: Sein Team werde „die Anstrengungen verdoppeln, um die Stimmen der Frauen besser zu Gehör zu bringen“.

dpa

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