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70 Jahre Land, 26 Jahre Vereinigung: Wir dürfen danken

Kommentar 70 Jahre Land, 26 Jahre Vereinigung: Wir dürfen danken

Siebzig Jahre Land Schleswig-Holstein, 26 Jahre Vereinigung. Rund um den Erntedank-Sonntag heute gibt es in diesem Jahr auch viel Weltliches zu feiern.

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Siebzig Jahre Land Schleswig-Holstein, 26 Jahre Vereinigung. Rund um den Erntedank-Sonntag heute gibt es in diesem Jahr auch viel Weltliches zu feiern. Gestern lud die Landesregierung nach Eutin zum Festakt ein. Morgen finden die Feiern des Bundes und der Länder in Dresden statt.

 

Mit „Dank“ haben auch diese beiden politischen Ereignisse viel zu tun. Schleswig-Holstein war nach dem verheerenden Zweiten Weltkrieg zum Fluchtpunkt für abertausende Menschen aus Ost- und Westpreußen, Pommern, Schlesien und anderen östlichen Regionen geworden. Sie fanden hier Aufnahme, nicht immer gleich von allen wohlgelitten; am Ende nannten die meisten das Land dann doch ihre neue Heimat. Andersherum gaben sie der abgelegenen preußischen Provinz zwischen Nord- und Ostsee einen Modernisierungsschub. Die Einwohnerzahl verdoppelte sich schlagartig.

Genau in jenen Jahren, in denen der alte Traum vieler Schleswig-Holsteiner von politischer Unabhängigkeit als eigenständiges, deutsches Bundesland wahr wurde, musste sich das Land also zugleich völlig neu erfinden. Das lief nicht immer reibungslos ab. Demokratie musste nach den Jahren der Diktatur von vielen erst gelernt werden. Es galt, die Strukturschwäche der Region zu überwinden. Neue Straßen mussten gebaut, Universitäten erweitert, Städte saniert und Gewerbeflächen und Neubaugebiete ausgewiesen werden. Heute boomen zum Beispiel der Tourismus und die Gesundheitswirtschaft. Der Landeshaushalt wird in Kürze als einer der wenigen in Deutschland ausgeglichen sein – und das, obwohl nach 70 Jahren gerade wieder viel Geld aufgewendet werden muss, um Flüchtlingen hier eine neue Heimat zu bieten. Kurzum: Man kann hier gut leben, vom feuchten Wetter und der schweren Luft vielleicht einmal abgesehen, aber wo ist es schon perfekt.

Der lange Blick zurück kann einen lehren, auch in Sachen Vereinigung nicht zu ungeduldig zu werden. Ja, es hapert hier und da noch, auch nach 26 Jahren. Die neuen Länder kämpfen mit Strukturproblemen. Im Gegensatz zu Schleswig-Holstein 1946 leiden sie darunter, dass zu viele Menschen weg wollten. Unbegreifliche Wahlentscheidungen eines knappen Viertels der Wähler in Mecklenburg-Vorpommern dokumentieren, dass dort, wie ehedem hier, auch noch nicht jeder begriffen hat, welches Glück die Aufnahme von Flüchtlingen für ein Land bedeuten kann. Zur 70. Einheitsfeier werden auch all diese Probleme klein wirken.

Wer sich daran erinnern lassen will, was für ein Glück der 3. Oktober 1990 dennoch war und mehr noch der 9. November 1989, braucht sich im kleinen Grenzmuseum in Schlutup nur die Filmaufnahmen der Grenzöffnung damals anzusehen. Morgen wäre ja ein guter Tag dafür. Freiheit! Das Strahlen in den Gesichtern war echt. Und das bleibt. Berichte Seiten 3, 19 und Lokales

LN

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