Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Alle haben Investitionen verschlafen

Land will Sanierungsstau abbauen — aber ganz schön langsam. Alle haben Investitionen verschlafen

Es ist Sommerzeit. Da sind nicht nur viele Journalisten im Urlaub, sondern auch ganz viele Politiker.

Voriger Artikel
Gefährlicher Effekt
Nächster Artikel
Einfache Rechnung

Von Curd Tönnemann

Es ist Sommerzeit. Da sind nicht nur viele Journalisten im Urlaub, sondern auch ganz viele Politiker. Wenn die im Amt verbliebenen ihr Geschäft gelernt haben, dann wissen die Damen und Herren Politiker, an welchem schönen Sommertag zur Urlaubszeit sie eine Meldung platzieren müssen, um ein großes Medienecho zu finden. Nehmen wir da beispielsweise den Ministerpräsidenten. Torsten Albig hat es in den vergangenen Wochen in einem festen Rhythmus geschafft, bundesweit Schlagzeilen zu machen. Der SPD-Mann weiß, wie‘s funktioniert. Er war mal Pressesprecher.

Gestern war Monika Heinold dran. Mitten in diesen Sommer platzt Schleswig-Holsteins Finanzministerin mit der Ankündigung eines milliardenschweren Infrastrukturprogramms. Puh. Jene Grünen-Politikerin, die wie ein Dagobert Duck in einem Geldspeicher auf ganz viel Geld sitzt, aber die Panzertür nie öffnen wollte. Sie, die hartnäckig Nein sagte, wenn wieder jemand die Hand offenhielt. Jetzt auf einmal ist offenbar Geld für den großen Wurf da. Na, haben wir denn schon Wahlkampf? Bei näherer Betrachtung werden die Investitionen häppchenweise getätigt — bis zum Endpunkt 2030. Man könnte das Weitsicht nennen — oder auch Zögerlichkeit. Investitionen in Höhe von 450 Millionen Euro, die in den Jahren 2018 bis 2020 umgesetzt werden sollen, sind ohnehin nicht mehr als der Tropfen auf einen heißen Stein. Denn der Sanierungsstau im Norden ist riesig, die Lage dramatisch: kaputte Brücken, desolate Straßen, Baracken als Patienten-Unterkunft am Uniklinikum Lübeck. Die Kieler Landesregierung — und nicht nur die aktuelle — hat jahrzehntelang verschlafen, in bröckelnde Infrastruktur zu investieren.

So sind es Scheingefechte, wenn die Opposition der Regierung eine dreiste Mogelpackung vorwirft. Und wenn die Regierung ihr Vorhaben als riesige Nummer verkauft. Gegenseitig haut man sich ein paar Millionensummen um die Ohren, Ende, fertig. Bleibt unterm Strich der Vorschlag von Heinold, sich fraktionsübergreifend auf Grundzüge eines Investitionsprogramms zu einigen. Eine gute Idee. Für die Zeit nach der Sommerpause. Hoffentlich zum Wohle Schleswig-Holsteins. Berichte Seiten 1 und 7

LN

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kommentar
Sonntagsreden

Von Börse bis Fußballplatz - Blogs unserer "Edelfedern".

Kommentar

Bissig, polemisch, kontrovers: Kommentare aus den LN.

Schwarz-Rot steht nach dem Sondierungsmarathon kurz vor dem Durchbruch. Sind Sie dafür?

Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. Klicken Sie hier, um die Galerie für den Januar 2018 zu sehen!