Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 5 ° wolkig

Navigation:
Am Nullpunkt

Die Grünen müssen sich personell und inhaltlich erneuern. Am Nullpunkt

Irgendwo in der Nähe von Null. Das ist nicht nur die Formel für die grüne Befindlichkeit nach dem Wahlergebnis, das die grüne Partei durchrüttelt, ...

Voriger Artikel
Flaute im Hafen
Nächster Artikel
Der Anti-Ahmadinedschad

Von Frank Lindscheid

Irgendwo in der Nähe von Null. Das ist nicht nur die Formel für die grüne Befindlichkeit nach dem Wahlergebnis, das die grüne Partei durchrüttelt, sondern die Einschätzung von (noch) tonangebenden Grünen zur Koalitionsfrage. Schwarz-Grün? Schwer denkbar, schon weil die Grünen in eine Sinnkrise gestürzt sind.

Im Regierungslager mag sich mancher noch schwarz-grünen Planspielen hingeben, weil die Ökopartei aus schwarzer Sicht nach Ämtern dürstet und — so das Kalkül — möglicherweise günstig zu haben ist. Das ist eine Fehleinschätzung, weil die Grünen zu stark mit sich selbst beschäftigt sind, um die politische Wende hin zur Union einzuleiten und ein Bündnis mit ausgerechnet jener Kanzlerin einzugehen, die man als Stillhalte-Politikerin abgestempelt hat.

Fehler sind schnell identifiziert: Ein Programm, das die eigenen Wähler verschreckte, ein Wahlkampf, der erst viel zu spät auf das Kernthema Ökologie und Energiewende umschwenkte, Spitzenkandidaten, die nicht zündeten. Oben drauf noch die Pädophilie-Debatte, die am moralischen Selbstbewusstsein der Partei nagt. Die Grünen haben es selbst verspielt. Deshalb schleudert der grüne Titan Joschka Fischer Zornesblitze in die verunsicherten grünen Reihen — wettert wider den Linkskurs und seinen alten Rivalen Jürgen Trittin.

Der überfällige Generationswechsel vollzieht sich abrupt. Wer soll jetzt den grünen Neustart organisieren? Erfahrene Spitzengrüne wie Jürgen Trittin oder Renate Künast haben sich ins Abseits katapultiert. Aber die Partei verliert damit auch ein Riesen-Reservoir an politischer Erfahrung. Eine wichtige Rolle als Moderator des Übergangs fällt dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann zu. Doch ein „Kretsch“ allein wird nicht reichen. Die Partei wird sich einerseits auf profilierte Köpfe in den Ländern stützen müssen, wo es einige gibt. Kein Zufall, dass in diesem Zusammenhang immer wieder der Name des schleswig-holsteinischen Energieministers Robert Habeck zu hören ist. Und der Neuaufbau wird einen kräftigen Schub von der Basis brauchen. Darin liegt ja eine Stärke der grünen Partei. Jenseits des Nullpunkts. Seiten 1 und 2

LN

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kommentar
Sonntagsreden

Von Börse bis Fußballplatz - Blogs unserer "Edelfedern".

Kommentar

Bissig, polemisch, kontrovers: Kommentare aus den LN.

Bundestagsparteien haben sich für eine Verlängerung der Wahlperiode von vier auf fünf Jahre ausgesprochen. Eine gute Idee?

In Kücknitz ist am Vormittag bei Bauarbeiten auf einem Firmengelände möglicherweise eine Bombe freigelegt worden.
Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. An dieser Stelle finden Sie die Galerie für den September 2017.