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An Heiligabend etwas mehr Ruhe – das ist gut so!

LEITARTIKEL An Heiligabend etwas mehr Ruhe – das ist gut so!

Wer von uns kennt das nicht? Es ist Heiligabend, und für den Festtagsbraten fehlt plötzlich das letzte Gewürz. Oder der Rotwein-Vorrat reicht nicht mehr. Also in den Supermarkt gehetzt.

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Von Curd Tönnemann

Wer von uns kennt das nicht? Es ist Heiligabend, und für den Festtagsbraten fehlt plötzlich das letzte Gewürz. Oder der Rotwein-Vorrat reicht nicht mehr. Also in den Supermarkt gehetzt. Dort herrscht am 24. Dezember der pure Wahnsinn. Dann beschleicht uns obendrein das Gefühl, dass irgendwie noch ein Geschenk obendrauf ganz schön wäre. Beim Parfümerie-Besuch sind wir nicht die Einzigen. Es wird gestoßen, gedrängt auf Teufel komm raus – und dann: „ein frohes Fest!“

„Kerzen am Weihnachtsbaum an,

Liederbücher raus und

Friede den Menschen auf Erden.

Der Stimmungswechsel auf Knopfdruck ist eine Herausforderung.

Nachmittags sollen wir den Schalter im Kopf mit einem Mal umlegen. Schluss mit Job und Hektik, es ist Feiertag. Kerzen am Weihnachtsbaum an, Liederbücher raus und Friede den Menschen auf Erden. Der Stimmungswechsel auf Knopfdruck ist eine Herausforderung. Verständlicherweise.

Dieses Jahr ist alles anders. Heiligabend fällt auf einen Sonntag. Zuletzt war das 2006 der Fall. Und jetzt bleiben fast alle Supermarkt-Filialen geschlossen. Obwohl die Ladenöffnung möglich wäre, gönnen die Unternehmen ihren Angestellten die Ruhepause. Mehr Zeit zum Durchatmen, mehr Zeit für die Familie. Das ist gut so! In einer Welt, die immer hektischer und verrückter wird.

Der Festtagsbraten, das letzte Gewürz, der Rotwein – es muss spätestens am 23. Dezember abends eingekauft sein. Mit gutem Willen und etwas Planung sollte das gelingen.

Also, Heiligabend sind die Läden dicht. Alle Läden? Nicht ganz: Eine Schar von Geschäftsleuten an der Küste, in erster Linie aus der Bekleidungsbranche, nutzt die schleswig-holsteinische Bäderverordnung mit ihrer Sonderregelung für Sonn- und Feiertage in 95 Kommunen, um für ein paar Stunden die Läden aufzusperren. Mittags um 14 Uhr ist Schluss, aber vorher soll der Rubel bitte nochmal rollen. Last Minute.

Für das diensthabende Personal ist das fraglos kein Geschenk. Für die Ladeninhaber selbst darf zumindest eine Entschuldigung gelten, bevor sie als geldgierige Kapitalisten gescholten werden: Die Bäderverordnung war von der Vorgängerregierung in Kiel – auf Druck der Kirche – zusammengestutzt worden, was winterliche Öffnungszeiten an Sonn- und Feiertagen angeht. Gleichzeitig propagierte der damalige SPD-Wirtschaftsminister Reinhard Meyer die Ausdehnung der Saison auf zwölf Monate. Beides passt nicht zusammen.

Wenn Kaufleute an der Küste jetzt an einem umsatzträchtigen Heiligabend auf Extra-Einnahmen schielen, ist das auch eine Reaktion auf die gegen ihren Willen beschnittene Ladenöffnung. Denn vom 13. Januar bis 11. März 2018 müssen ihre Geschäfte an Sonntagen dicht bleiben – weil Kiel es so will. Für den Winter würde man sich die Flexibilität wünschen, die es für einen besinnlichen Heiligen Abend nicht braucht.

LN

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