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Friesenhof-Affäre: Albigs verbales Foul hilft Alheit nicht. Den Respekt verloren

Dieses war sein dritter Streich. Es scheint so, als habe Torsten Albig Gefallen an klaren Worten gefunden. Schon zweimal hat der Ministerpräsident in diesen Sommerwochen Schlagzeilen gemacht.

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Von Gerald Goetsch

Dieses war sein dritter Streich. Es scheint so, als habe Torsten Albig Gefallen an klaren Worten gefunden. Schon zweimal hat der Ministerpräsident in diesen Sommerwochen Schlagzeilen gemacht. Einmal sogar bundesweit. Als der Kieler seinen entsetzten Genossen riet, die Kanzlerfrage doch lieber abzuhaken. Schließlich mache Merkel einen guten Job. Die rüde vorgetragene Forderung nach mehr Bundesmitteln für die Unterbringung von Flüchtlingen („ . . . und da darf es keine Rolle spielen, ob das Herrn Schäuble in seinen Haushalt passt . . .“) fiel ebenfalls aus dem bis dato pastoralen Politik-Stil des Ministerpräsidenten. In der Sache war das vertretbar.

Diesmal scheinen Albig alle guten Geister verlassen zu haben. Die Art und Weise, in der der Ministerpräsident die Arbeit des Landtags-Untersuchungsausschusses zur Friesenhof-Affäre vorab herabwürdigt, ist mit respektlos noch freundlich umschrieben.

Albig ist offenbar entgangen, worum es im Ausschuss gehen wird: nämlich um die Frage, ob und wann die gravierenden Vorwürfe gegen die Heimleitung im Ministerium bekannt waren. Ob der Ausschuss in der Lage sein wird, Licht ins Dunkel der Friesenhof-Affäre zu bringen, ist ungewiss. Fast immer spielt bei der Bewertung von Ergebnissen das Parteibuch die wichtigste Rolle. Und natürlich ist so ein Untersuchungs-Gremium eine Fundgrube für den politischen Gegner. Das rechtfertigt aber nicht Albigs larmoyanten Umgang mit einem wichtigen Instrument der parlamentarischen Opposition.

Nein, Herr Ministerpräsident, es geht nicht um die Frage, ob Akten auf Seite 12 oder 1 abgeheftet wurden. Es geht um Jugendliche, für deren Unterbringung das Land Schleswig-Holstein verantwortlich war. Es geht darum, ob im Sozialministerium wirklich alles getan wurde, um junge Menschen vor Übergriffen zu schützen. Und darum, ob die Heimaufsicht des Landes tatsächlich in derart desolatem Zustand ist, wie es die Opposition behauptet.

Torsten Albig mag versucht haben, sich schützend vor Sozialministerin Kristin Alheit zu stellen. Dieses Manöver ist gründlich daneben gegangen. Berichte Seiten 1 und 6

LN

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