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Der Anti-Ahmadinedschad

Irans neuer Präsident Ruhani erfordert vom Westen ein Umdenken. Der Anti-Ahmadinedschad

Winston Churchill sagte einmal: „Mit bösen Worten, die man ungesagt hinunterschluckt, hat sich noch niemand den Magen verdorben.“ Irans neuer Präsident hat geschluckt .

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Von Jens Burmeister

Winston Churchill sagte einmal: „Mit bösen Worten, die man ungesagt hinunterschluckt, hat sich noch niemand den Magen verdorben.“ Irans neuer Präsident hat geschluckt . Mit einer erstaunlich moderaten Rede vor der UN-Vollversammlung hat sich Hassan Ruhani wohlwollend vom polternden Amtsvorgänger Ahmadinedschad abgesetzt. Er hat die zivile Nutzung des iranischen Atomprogramms zugesichert, dem Westen konstruktive Gespräche angeboten und den Holocaust als „verwerflich und verdammenswert“ verurteilt.

Ruhani hat mit seiner Charme-Offensive einen Weg geebnet, dem der Westen folgen sollte, um mit Teheran endlich eine Basis politischer Vernunft wiederherzustellen. Denn je länger der Iran allein als Terrorregime diffamiert wird, umso eher wird sein tiefsitzendes nationales Unsicherheitsgefühl, das seine Wurzeln auch in der fremdbestimmten Geschichte der letzten 100 Jahre hat, gestärkt.

Glaubt man dem US-Geheimdienst CIA, hat Teheran keinen Befehl zum Bau der Atombombe erlassen, obwohl dem Land schon seit 1992 ständig vorgeworfen wird, kurz vor der Herstellung der Nuklearwaffe zu stehen. Auch das ist eine Art von Paranoia. Real haben sich die iranischen Machthaber aber trotz ihrer verbalen Ausfälle in all den Jahren durchaus rational und berechenbar verhalten. Selbst wenn sie im Besitz einer Atomwaffe wären, würden sie diese wohl nie und nimmer als Erstschlagswaffe einsetzen. Für derart suizidal kann selbst Israel das Regime nicht halten. Die Mullahs wollen schlicht an der Macht bleiben und ihren nach dem Kollaps der irakischen Saddam-Diktatur und der Quasi-Niederlage der Amerikaner in Afghanistan gewachsenen Einfluss als Regionalmacht ausbauen. Das mag der Mittelost-Strategie Washingtons zuwiderlaufen, ist aber legitim.

Der Ball liegt nun auch beim Westen. Teheran weiterhin wie einen Paria zu behandeln ist angesichts des Bürgerkrieges in Syrien, des islamistischen Terrors in der Region und im Interesse Israels überholt. Denn selbst wenn künftig nicht alle bösen Worte ungesagt bleiben, wusste Churchill: „Besser einander beschimpfen als einander beschießen.“ Bericht Seite 4

LN

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