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Der Kieler Blick nach Stuttgart

Schleswig-Holsteins Union braucht einen starken Kandidaten. Der Kieler Blick nach Stuttgart

Ein Jahr vor der Wahl: Da ist eine Umfrage nur ein Stimmungsbild. In zwölf Monaten kann das auch in Schleswig-Holstein ganz anders aussehen.

Ein Jahr vor der Wahl: Da ist eine Umfrage nur ein Stimmungsbild. In zwölf Monaten kann das auch in Schleswig-Holstein ganz anders aussehen. Und doch liefert die repräsentative Erhebung im Auftrag von Lübecker Nachrichten und Kieler Nachrichten reichlich Stoff zum Nachdenken. Vor allem für die Union. Und insbesondere für jene Spitzenleute, die im Mai kommenden Jahres gegen den SPD-Ministerpräsidenten ins Rennen gehen wollen.

 

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Von Gerald Goetsch

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Dass CDU-Landeschef Ingbert Liebing außerhalb Nordfrieslands noch nicht als Herausforderer wahrgenommen wird, könnte den Mann von Sylt noch kalt lassen. Noch ist er nicht offiziell nominiert, der Wahlkampf hat noch lange nicht begonnen. Dass ihm aber nur neun Prozent eine Chance gegen Torsten Albig zutrauen, wird die Partei beunruhigen. Fraktionschef Daniel Günther — mit seinen 42 Jahren auch noch kein politisches Schwergewicht — findet dagegen mehr Zustimmung. Aber auch ihn hält nur jeder Fünfte für geeignet, als Spitzenkandidat eine Wechselstimmung im Norden zu erzeugen.

Das lausige Wahlergebnis der CDU in Baden-Württemberg sollte den Christdemokraten in Schleswig-Holstein zu denken geben. Denn in Stuttgart wird vielen Parteifreunden jetzt erst klar, dass sie mit einem denkbar ungeeigneten Kandidaten angetreten sind. Guido Wolf fehlt jedes Charisma, er hat die CDU in ein historisches Tief geführt. Die Union wird jetzt Juniorpartner der Grünen, die Partei befindet sich in einer Art Schockstarre.

Dagegen beweist der wundersame Aufstieg des Winfried Kretschmann zum baden-württembergischen Landesvater, wie wichtig die Galionsfigur sein kann. Kretschmann hat es geschafft, die Grünen im stockkonservativen Schwaben zur stärksten Partei zu machen. Er hat die Union fast im Alleingang überholt.

Was bleibt also der CDU Schleswig-Holsteins? Eine Mitgliederbefragung könnte helfen. Zuvor aber sollte die Union bundesweit ausloten, ob nicht doch ein profilierter Kandidat von „außen“ helfen kann.

Mit dem kantigen Volker Rühe hätte das im Februar 2000 fast geklappt — wären da nicht Helmut Kohls schwarze Kassen aufgeflogen. Das sicherte damals Heide Simonis den Sitz in der Staatskanzlei.

Torsten Albig wird sich das Dilemma im CDU-Lager mit Freude anschauen. Grund zum Zurücklehnen hat der Ministerpräsident aber nicht. Wenn die Union in ihrem derzeitigen Zustand gleichauf mit der SPD liegt, dann ist klar: Die CDU hat reichlich Luft nach oben.

Albig hat von den Bürgerinnen und Bürgern in der Flüchtlingskrise passable Noten bekommen. Doch so sehr, wie sich die Debatte angesichts zurückgehender Flüchtlingszahlen entspannt, werden andere Themen in den Fokus kommen. Und dort — etwa in der Verkehrs- oder Bildungspolitik — fällt die Leistungsbilanz der Dänen-Ampel deutlich schlechter aus.

Man stelle sich vor, die CDU hätte einen starken Kandidaten: Dann könnte es spannend werden im Frühjahr 2017.

LN

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