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Der letzte Trumpf der FDP

In der Not degradieren sich die Liberalen zur bloßen Hilfstruppe. Der letzte Trumpf der FDP

Eine Woche vor der Bundestagswahl ist das Bayern-Ergebnis für die FDP eine Katastrophe. Die Wähler im Freistaat haben die Liberalen schlicht für überflüssig erklärt.

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Von Arnold Petersen

Eine Woche vor der Bundestagswahl ist das Bayern-Ergebnis für die FDP eine Katastrophe. Die Wähler im Freistaat haben die Liberalen schlicht für überflüssig erklärt. Sie haben ihr Kreuz lieber bei der CSU oder den Freien Wählern gemacht. 3,3 Prozent — das ist gefährlich weit weg von der Fünf-Prozent-Hürde. Das führt leicht zu der Einschätzung, eine Stimme für die FDP ist eine verlorene Stimme.

In Bayern gingen die Uhren anders, machen sich die Blau-Gelben Mut. In gewissem Maße stimmt das. Sie hatten dort immer einen schweren Stand. Aber jetzt kennt man den Grund. Die Bayern-FDP hat es nicht verstanden, die einmalige Chance des Mitregierens zu nutzen. Sie blieb blass und ließ sich von CSU-Chef Horst Seehofer unterbuttern.

Die Bundes-FDP hat keine viel bessere Vorstellung gegeben. Trotzdem hat sie ungleich bessere Chancen, am Sonntag die magische Schwelle für den Wiedereinzug in den Bundestag zu nehmen. Nicht um ihrer selbst willen, sondern als Mehrheitsbeschaffer für die Union. Diesem Argument verdankt die Partei so manchen Wahlerfolg. Ihre harte Kernwählerschaft ist wohl nicht viel größer, als sich jetzt in Bayern zeigte. Die Mehrheit — das ist ihr Trumpf in der Not. In Bayern hat er nicht gestochen, weil der CSU die absolute Mehrheit zugetraut wurde. Bei der Bundestagswahl kann die kleine Partei ihn wieder ausspielen. Und wie sie das macht!

Das Maß, in dem sie sich zur Funktionspartei degradiert, ist selbst für die FDP bemerkenswert. „Wer Merkel will, wählt auch FDP“, wirbt Spitzenmann Rainer Brüderle. Sogar ein Geschäft auf Gegenseitigkeit wird angeboten. Erststimme für CDU-Kandidaten in Wahlkreisen, in denen es knapp werden könnte, gegen Zweitstimme für die FDP. Kleiner kann sich eine Partei nicht machen.

Bei der Bundestagswahl vor vier Jahren holte die FDP sensationelle 14,6 Prozent. Es war vor allem eine Sonderkonjunktur als Folge der Großen Koalition. Dennoch: Eine Partei, die nach einer Regierungsperiode darum kämpft, nicht zwei Drittel ihrer einstigen Wähler zu verlieren, hat ein tief gehendes programmatisches Problem.

LN

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