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Der unterkühlte Wahlkampf

Leitartikel Der unterkühlte Wahlkampf

Der Nord-CDU fehlt noch immer das große Aufregerthema, um die Wähler zu mobilisieren, schreibt LN-Chefredakteur Gerald Goetsch im Leitartikel. Doch auch Albigs Taktik sei nicht ganz ungefährlich.

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Von Gerald Goetsch

In gerade mal vier Wochen wählt Schleswig-Holstein einen neuen Landtag. Doch die heiße Phase hat dieser Wahlkampf noch immer nicht erreicht. Nun macht der Norden erstmal Osterferien. Für den großen Schlagabtausch bleiben danach nur noch zwei Wochen.

Die Stimmungslage zwischen Nord- und Ostsee? Sie passt zum Temperament, dass man uns Küstenmenschen so gern nachsagt. Zurückhaltend bis unterkühlt nähert sich Schleswig-Holstein dem Wahltag. Von Wechselstimmung ist genau so wenig zu spüren wie von Euphorie für die regierende Kieler Koalition. Die Kandidaten scheinen vor allem bemüht, keine Fehler zu machen.

Und die Demoskopen? Auch sie helfen so gar nicht weiter. Im Dezember sahen die Wahlforscher die Union überraschend vorn, im März dann wieder die SPD. Die jüngste Umfrage bestätigte die Hoffnung für die Koalition, in der Verantwortung zu bleiben. Sie ließ gleichzeitig aber auch einen Aufwärtstrend der CDU erkennen. Alles offen also. Spätestens nach der Wahl im Saarland, deren klares Ergebnis niemand vorhergesehen hatte, hält sich der Glauben an die Prognosen ohnehin in Grenzen.

Noch vier Wochen Knochenarbeit also für Daniel Günther. Das größte Problem des CDU-Hoffnungsträgers ist seine mäßige Bekanntheit in weiten Teilen des Landes. Günther, der erst im November den farblosen Ingbert Liebing als Spitzenkandidat der Union ablöste, tourt seit Wochen unermüdlich durchs Land. Der smarte Eckernförder macht dabei eine gute Figur. Fraglich ist jedoch, ob das reicht.

Der Nord-CDU fehlt noch immer das große Aufregerthema, um die Wähler zu mobilisieren.

Auf der Gegenseite ist ebenfalls keine große Vision erkennbar. Torsten Albig versprach „gutes Regieren“, sein Bündnis hat solide Verwaltungsarbeit geliefert. Der Ministerpräsident bleibt sich auch im Wahlkampf treu: Staatstragend finden das Parteifreunde, pastoral seine Gegner. Die Taktik ist nicht ganz ungefährlich, auf den Schulz-Effekt sollten sich die Genossen besser nicht verlassen.

Gut möglich, dass die kleinen Parteien von diesem Wahlkampf mit angezogener Handbremse profitieren. Während die Grünen noch hoffen, sich vom negativen Bundestrend abzukoppeln, stehen die Liberalen gut vorbereitet in den Startlöchern. Und das in beide Richtungen. Ein Bündnis mit CDU und Grünen ist genau so denkbar wie die klassische Ampelkoalition. Wolfgang Kubicki könnte zum Königsmacher werden, sollte es für die Dänenampel nicht mehr reichen.

Vier Wochen noch. Diese Wahl, immerhin so viel ist klar, wird auf den letzten Metern entschieden.

Ein Kommentar von Gerald Goetsch

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