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Der verunglimpfte Wahlkampf

Von wegen alles eine Soße — man muss nur einmal hinsehen. Der verunglimpfte Wahlkampf

Eine Woche noch, dann wird gewählt. Eine entscheidende Woche, in der die Parteien und ihre Kandidaten noch einmal richtig aufdrehen werden.

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Von Arnold Petersen

Eine Woche noch, dann wird gewählt. Eine entscheidende Woche, in der die Parteien und ihre Kandidaten noch einmal richtig aufdrehen werden. Denn viele Wählerinnen und Wähler treffen ihre Entscheidung erst auf den letzten Metern. Aber hat es denn überhaupt schon einen richtigen Wahlkampf gegeben?

Das diesjährige Stimmenwerben vor der Bundestagswahl gilt allgemein als flau, langweilig, ereignisarm. Vom Angebot der Parteien heißt es, es sei uniform. Kaum Unterschiede, viel Einheitsbrei. Der Wirbel um die Schland-Kette der Kanzlerin beim TV-Duell, den augenzwinkernden Stinkefinger des Herausforderers in einer Foto-Serie oder den Vorschlag eines Veggie Day der Grünen: all das wird gern als Bestätigung für die programmatische Leere angeführt.

Einspruch. Es gibt sehr wohl konträre Positionen und unterschiedliche Konzepte, die am nächsten Sonntag zur Abstimmung stehen. Steuererhöhungen ja oder nein? Gesetzlicher Mindestlohn oder nicht?

Weiter so in der Euro-Politik oder ein neuer Ansatz? Themen gibt es genug, man muss nur hinhören, auch wenn sich nicht das eine große Streitthema herausgeschält hat. Auch das Parteienspektrum ist ausgesprochen breit bis exotisch. Zur Wahl stehen ja nicht nur die bereits im Bundestag vertretenen Farben. Was sich verändert, ist die Erwartung an Wahlkampf und auch seine Wahrnehmung.

Im Zeitalter von Twitter, Facebook und Youtube werden Show und Inszenierung immer wichtiger. Aber komplexe politische Inhalte lassen sich nun einmal nicht in wenige Zeilen und kurze Clips pressen.

Für Smartphones, die manche Zeitgenossen gar nicht mehr aus der Hand legen können, sind sie langweiliges Zeug. Da zählt Schrilles und Skurriles. Politik soll spannend und unterhaltend sein — aber sie ist ernst und langatmig. Also werden Kleinigkeiten und Nebensächliches wichtig: ein Patzer, der Versprecher, eine blöde Situation. Ruckzuck sind sie millionenfach verbreitet. Die kleine Panne kann eine ganze Kampagne überlagern. Am Ende ist das alles, was hängen bleibt — und der Wahlkampf gilt irgendwie als hohl. Ist er aber nicht. Er ist besser als sein Ruf.

LN

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