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Die Angst vor dem billigem Geld

US-Notenbank schürt in Europa Furcht vor steigenden Preisen. Die Angst vor dem billigem Geld

Der US-Notenbankchef Ben Bernanke tritt in die Fußstapfen seines großen Vorgängers Alan Greenspan: Er macht nicht das, was die Märkte erwarten.

Der US-Notenbankchef Ben Bernanke tritt in die Fußstapfen seines großen Vorgängers Alan Greenspan: Er macht nicht das, was die Märkte erwarten. Vom Konjunkturexperten bis zum Börsenguru rieben sich alle Beteiligten verwundert die Augen, als Bernanke verkündete, dass er weiterhin die volle Dosis an Geld in die amerikanische Wirtschaft pumpen will. Dabei hatte Bernanke noch im Juni in Aussicht gestellt, die milliardenschweren Anleihekäufe langsam zum Ende kommen zu lassen.

Es ist durchaus legitim, wenn Bernanke noch genauer auslosten will, wie nachhaltig die Erholung der US-Konjunktur ist. Schließlich steckt die Wirtschaft in einer der tiefsten Krisen seit der großen Depression der 1930er-Jahre. Die Notenbanken diesseits und jenseits des Atlantiks versuchen nun schon seit Jahren, die Krise durch eine Politik des billigen Geldes zu bekämpfen. Auch die Europäische Zentralbank steht der Federal Reserve hierbei in nichts nach.

Die Geldschwemme macht aber vielen bereits Angst und Bange. Vor allem in Deutschland mit seiner Erfahrung der großen Inflation zwischen 1913 und 1923 wächst die Sorge vor explodierenden Preisen. Auch drohen Verwerfungen in der Wirtschaft, indem etwa das billigem Geld die Preise von Aktien, Immobilien und Rentenpapieren hochtreibt, statt für Investitionen in Maschinen oder neue Arbeitsplätze zu sorgen. Die gestrige Partylaune an den Aktienmärkten dürfte die Kritiker nicht gerade beruhigt haben. Doch muss man konstatieren, dass die Notenbanken bisher recht erfolgreich waren mit ihrer Politik. Die befürchtete Inflation ist ausgeblieben und liegt im Fall der EZB sogar unter dem angestrebten Zielkorridor.

Dennoch ist die Macht der Notenbanken begrenzt. Sie können nur mit den Mitteln kämpfen, die ihnen zur Verfügung stehen. Reformen im Bankensektor, in Verwaltung und Institutionen der europäischen Währungsunion können sie weder fordern noch durchsetzen. Das ist aber langfristig ebenso wichtig wie die Stabilisierung des Vertrauens in die Wirtschaft. Hier müssen die Regierungen ihre Hausaufgaben machen — in Europa ist davon noch weit mehr zu erledigen als in Amerika.

LN

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