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Die Stunde Null im alten Hafen

Kailine scheitert ausgerechnet an Lübecks CDU Die Stunde Null im alten Hafen

Das alte Hafengelände mit seinen urigen Schuppen. Kopfsteinpflaster, alte Kräne. Der Blick auf die Altstadt und die Trave. Segelschiffe, die langsam vorbeigleiten. Lübecks nördliche Wallhalbinsel hat ihren ganz eigenen Charme. Kein Wunder, dass der Strandsalon am Ende des Altstadthafens so beliebt ist. Spätestens seit dieser Woche ist klar: Das Idyll bleibt erhalten.

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Rund um die Uhr?

Von Gerald Goetsch

So schnell wird sich hier kein Baukran drehen. Das allerdings ist die einzig gute Nachricht aus einer Bürgerschaftssitzung, die am Ende nur Verlierer produzierte.

Denn der Versuch, die stadtnahe Hafenbrache in einen attraktiven Stadtteil zu verwandeln, steht erneut bei Null. So wie vor vier Jahren, als den damaligen Investoren aus Island das Geld ausging.

Damals sprach Bausenator Franz-Peter Boden von einer „großen Chance“ für die Stadt, das Projekt nun selbst zu steuern.

Am Donnerstag hat die Mehrheit der Bürgerschaft dem gleichen Bausenator das Projekt vor die Füße geworfen. Es war eine bemerkenswerte Koalition aus Grünen, Linken, CDU und Splitterparteien, die die Pläne des neuen Investors ablehnte. Andreas Zander, Fraktionschef der CDU, wagte gar den Vergleich mit „Stuttgart 21“, dem größenwahnsinnig anmutenden Milliarden-Vorhaben der Bahn in der Landeshauptstadt Baden-Württembergs.

Über Vergleiche kann man streiten. Aber was nur reitet Lübecks Konservative zu dieser radikalen Haltung? Wie kann eine wirtschaftsnahe Partei diesen Schlag ins Gesicht eines Großinvestors mittragen?

Versuche, die Union umzustimmen, hatte es hinter den Kulissen gegeben. Die SPD soll dabei sogar bereit gewesen sein, auf eigene Prestigeprojekte zu verzichten. Kaum vorstellbar, dass hier tatsächlich persönliche Animositäten den Ausschlag gaben.

Offiziell beruft sich die CDU auf mangelnde Akzeptanz in der Bevölkerung. Tatsächlich haben die Verantwortlichen den Widerstand gegen die Baupläne sträflich unterschätzt. Die einzige Chance aus dem Schlammassel heraus dürfte deshalb ein Bürgerentscheid sein. Ohne eine klare Zustimmung wird zudem kein seriöser Unternehmer mehr bereit sein, in Lübeck zu investieren. Ein verheerendes Ergebnis.

Die Bürgerinitiativen, die einen klaren Sieg gegen die Planer errungen haben, sind in der Pflicht: Sie werden schlüssig darlegen müssen, wie ihr Konzept für das Quartier aussieht. Und wie der Traum vom Hafenviertel für alle Bürger finanziert werden kann.

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