Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Donner und Gloria

Urlaub im Reiz-Klima: Fallen Wetterkapriolen heute nur mehr auf? Donner und Gloria

Schön soll’s werden, das Wetter heute im Norden – da freuen sich alle Tages-, Spontan- und Langzeiturlauber, die in diesen Tagen an Schleswig-Holsteins Strände und ...

Schön soll’s werden, das Wetter heute im Norden – da freuen sich alle Tages-, Spontan- und Langzeiturlauber, die in diesen Tagen an Schleswig-Holsteins Strände und in die vielen anderen Ausflugsziele drängen. Wer will es ihnen, wenn es denn hoffentlich wirklich so kommt, verdenken? Die Zeiten sind jenseits von Strand und Freizeitfreuden wahrlich gewittrig genug.

 

LN-Bild

Von Michael Wittler

Quelle:

Aber müssen wir uns nicht vor Klima-Unbilden fürchten, wie sie jetzt gerade wieder in Süddeutschland wüten und sogar Menschenleben fordern? Ernst nehmen ja. Fürchten nein. Denn im Zeitalter der Emotionen bis hin zur Hysterie wird aus akuten und in der Regel lokalen Phänomenen, so dramatisch sie auch sein mögen, gern eine gefühlte Katastrophe für alle und jeden und überall hochgerechnet.

Eine „dramatische Zunahme“ von Starkregentagen meldet mit entsprechender Grafik zum Beispiel das eine wichtige Hamburger Magazin – unter Berufung auf Daten des Deutschen Wetterdienstes DWD. Kurz darauf verkündet das andere wichtige Hamburger Magazin online, es habe seit 1951 „keine signifikante Erhöhung“ von Tagen mit Starkniederschlag gegeben – mit einer entsprechenden Statistik des Deutschen Wetterdienstes DWD. Und: Die Schadenssumme nach den Unwettern in Baden-Württemberg am vergangenen Wochenende sei „weit entfernt“ von der nach den verheerenden Hagelstürmen 2013, sagen die Versicherer. „Global“ gebe es „Hinweise auf eine Zunahme von Extremniederschlägen“, sagt dann das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung – für Deutschland allein seien „die Datenmengen noch zu gering, um dies zu beweisen“.

Aha. Das ist ungefähr so hilfreich wie ein Verkehrsbericht, der einem den Stau, in dem man gerade steht, beharrlich verschweigt, oder ein Wetterbericht, der den Platzregen, der einem gerade das Grillfest verhagelt, leider nicht meldete.

Die Frage ist: War es früher anders? Oder hat sich vielleicht unser Freizeitverhalten viel stärker verändert als das Wettergeschehen? Hat man eine Generation früher auch fast manisch jeden Abend Grills angeworfen, sich eventfixiert auf überfüllte Autobahnen gedrängt, Freiluftvergnügungen aller Art besucht – und all das mit ständiger Online-Präsenz garniert, die aus jedem Ereignis im Nu gern auch mal eine Scheininformations-Blase generiert? Die Shit-Sturmstärke und -häufigkeit hat jedenfalls ganz gewiss dramatisch zugenommen.

Man sollte das Klima natürlich im Auge behalten – aber es nicht mit dem Wetterbericht verwechseln. Und man darf sich trotz allem am Strand räkeln, im Meer oder See planschen, Beachvolleyball und Federball spielen oder auf der Strandpromenade flanieren. So viele schöne Tage hat das Jahr schließlich nicht zu bieten. Und an all den anderen sind wir natürlich total vernünftig.

LN

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kommentar
Sonntagsreden

Von Börse bis Fußballplatz - Blogs unserer "Edelfedern".

Kommentar

Bissig, polemisch, kontrovers: Kommentare aus den LN.

Jetzt geht es los - Aber wann ist der perfekte Zeitpunkt zum Weihnachtsbaumkauf?

Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. Klicken Sie hier, um die Galerie für den Dezember 2017 zu sehen!