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Ein bisschen mehr Bundeswehr

Der Effekt der „Trendwende Personal“ hält sich in Grenzen. Ein bisschen mehr Bundeswehr

Bei der Bundeswehr fällt jetzt hinter vielen Stellen das Kürzel „kw“ weg. Es steht für „künftig wegfallend“. Es gibt viele kw-Stellen bei der Bundeswehr.

Bei der Bundeswehr fällt jetzt hinter vielen Stellen das Kürzel „kw“ weg. Es steht für „künftig wegfallend“. Es gibt viele kw-Stellen bei der Bundeswehr. Doch jetzt fallen die Voraussetzungen für den Wegfall ihrerseits weg: Es ist Schluss mit dem Stellenabbau.

 

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Von Ulrike Demmer

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Viele Jahre galten Staatsausgaben für Waffen und Soldaten als unpopulär in Deutschland. Doch die Krise in der Ukraine und die Terroristen des „Islamischen Staats“machen es möglich: Erstmals seit dem Kalten Krieg soll die Bundeswehr wieder wachsen — um mehr als 14000 Soldaten bis zum Jahr 2023. Diese „Trendwende Personal“, wie Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ihr neues Personalkonzept nennt, klingt wie eine Zeitenwende, wie ein großes Versprechen. Wir werden wieder mehr: Die Soldaten werden die Ministerin dafür lieben.

Der tatsächliche Effekt aber wird sich in Grenzen halten. In den Plänen der Ministerin geht es um ein paar Soldaten mehr für die Marine, ein paar Feldärzte mehr im Sanitätsdienst, das Kommando Spezialkräfte soll verstärkt werden und auch die Abteilung, die sich um die Verfahren der Wehrdienstbeschädigten kümmert, wird aufgestockt. Doch die Ministerin wird ihr Versprechen nur schwer einlösen können: Es ist schon jetzt nicht möglich, ausreichend Nachwuchs zu gewinnen. 585000 Soldaten waren es am Tag der Wiedervereinigung mal. Heute sind von 185000 Stellen nur 177000 besetzt. Daran konnten bislang neue Anzeigenkampagnen, Karrierecenter, Bundeswehr-Kitas und frisch gestrichene Stuben nichts ändern. Die demographische Entwicklung wird die Rekrutierung junger Leute noch schwerer machen.

Vor allem aber sind 14000 zusätzliche Soldaten gemessen an den Aufgaben, die die Bundeswehr hat und womöglich noch übernehmen soll, kümmerlich. Deutschland müsse seiner Verantwortung in der Welt gerecht werden, verkündete von der Leyen kurz nach Amtsantritt auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Seitdem hat sie die Bundeswehr in den Irak und nach Mali geschickt und sie als Flüchtlingshelfer im Inland eingesetzt. Außerdem stellt die Bundeswehr einen wesentlichen Teil der schnellen Eingreiftruppe, die die Nato an ihren östlichen Außengrenzen schützen soll. Hinzu kommen Planspiele für einen Bundeswehreinsätze im Kampf gegen den Terror. „Es ist absehbar, dass die Anforderungen an uns weiter wachsen“, schreibt von der Leyen im aktuellen Tagesbefehl.

Mit 14000 zusätzlichen Soldaten wird so viel mehr kaum zu machen sein. Den Anforderungen der Nato, die Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen, kommt Deutschland kaum näher. Immerhin gibt es Trost für jene, die einen neuen Kalten Krieg befürchten: Wladimir Putin werden nicht die Knie schlottern, wenn er von dieser „Trendwende Personal“

hört.

LN

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