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Erstaunlicher Vertrauensvorschuss

Politiker profitieren von der guten Wirtschaftslage. Erstaunlicher Vertrauensvorschuss

Hoppla, was ist denn das: Die ungelöste Euro-Schuldenkrise macht den Deutschen die größte Angst. Auch der Pflegenotstand flößt ihnen viel Furcht ein.

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Von Rüdiger Wenzel

Hoppla, was ist denn das: Die ungelöste Euro-Schuldenkrise macht den Deutschen die größte Angst. Auch der Pflegenotstand flößt ihnen viel Furcht ein. Eigentlich sind beides große Herausforderungen, die nach wie vor nach politischen Lösungen schreien. Trotzdem fürchtet offenbar nicht einmal die Hälfte der Bundesbürger am meisten, dass die Politiker damit nicht fertig werden, dass sie mit ihren Aufgaben überfordert sind.

Das sieht nach einem erstaunlichen Vertrauensvorschuss aus. Denn die politische Leistungsbilanz besonders der aktuellen schwarz-gelben Bundesregierung ist doch alles andere als glänzend. Und nicht nur Euro-Kritiker befürchten, dass 2014 die Schuldenkrise Griechenlands erstmals die deutschen Steuerzahler wirklich treffen könnte: Wenn nämlich ein weiterer Schuldenschnitt unumgänglich werden sollte. Denn dann wären nicht nur die privaten Gläubiger Griechenlands dran, sondern die Europäische Zentralbank, die griechische Staatsanleihen in zweistelliger Milliardenhöhe gekauft hat. Und für 27 Prozent davon haftet Deutschland.

Woher kommt da das Vertrauen der Bundesbürger in die Fähigkeit der Politiker, es schon irgendwie zu richten, Lösungen für die erkennbaren Probleme zu finden? Sicherlich liegt es zu einem guten Teil an der brummenden Konjunktur und der niedrigen Arbeitslosigkeit, wie der Politikwissenschaftler Manfred G. Schmidt erläutert. Wer keine Wirtschaftskrise fürchtet und sich auch keine Sorgen um seinen Arbeitsplatz macht, hat weniger Grund darüber nachzudenken, ob denn die Politiker in der Lage wären, ihnen zu helfen, die Krise zu lösen.

Es kann aber auch sein, dass viele Deutsche schlichtweg darauf vertrauen, dass Kanzlerin Angela Merkel schon eine Lösung finden wird, falls es wieder schlechter gehen sollte. So nach dem Motto:

„Mutti wird‘s schon richten.“ Und dass dieses Vertrauen halt auf die ganze politische Klasse abfärbt.

Ist das so, würde es für die Bundestagswahl am 22. September heißen, dass Merkel Bundeskanzlerin bleibt. Auf den Finanzkrisen-Bändiger Peer Steinbrück an ihrer Seite aber müssten die Bürger verzichten.

LN

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