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Es riecht nicht nach Revolution

Trotz Trumps Erfolgen sind seine Chancen auf den Sieg schlecht. Es riecht nicht nach Revolution

Wie gelähmt blickt in den USA die Führung der Republikaner auf Donald Trump. Unmittelbar vor den Vorwahlen in vier weiteren Bundesstaaten scheint ihr die Munition auszugehen.

Wie gelähmt blickt in den USA die Führung der Republikaner auf Donald Trump. Unmittelbar vor den Vorwahlen in vier weiteren Bundesstaaten scheint ihr die Munition auszugehen. Mit Schrecken stellt die „Grand Old Party“ fest, dass die bisherigen Attacken auf den parteiinternen „Front Runner“ wirkungslos verpuffen. Es wächst die Erkenntnis, dass der Reality-TV-Star mit Erfolg ihre eigene Propaganda weiterdreht.

 

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Von Stefan Koch

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Eine Überraschung kann das eigentlich nicht sein: Seit sieben Jahren verweigern sich die Republikaner im Kongress jeglicher Zusammenarbeit. Die gegenwärtige Legislaturperiode gilt als eine der ergebnisärmsten Politikphasen in der US-Geschichte. Die höchste Aufgabe des demokratischen Prozesses, mehrheitsfähige Kompromisse zu schmieden, wird in wüsten Reden ständig verunglimpft. Und zu den übelsten Wortführern der radikalen Rechten zählt ausgerechnet der Politiker, der sich selbst als seriöse Alternative zu Trump empfiehlt — Ted Cruz. Doch mit diesem Personal ist kein Staat zu machen.

Wer einen nüchternen Blick auf Amerikas Wählergruppen wirft, stellt schnell fest, dass sich die Mehrheit mit diesen Positionen nicht anfreunden mag. Trotz des eigenwilligen Wahlsystems, das den menschenarmen ländlichen Regionen mehr Gewicht verleiht als den urbanen Zentren an den Küsten, stehen die Chancen der Republikaner auf einen Wahlsieg schlecht. Die rückwärtsgewandten und isolationistischen Parolen sprechen zwar vielen Menschen aus dem Herzen, deren Jobs bedroht sind und die sich unwohl fühlen in einer sich schnell wandelnden Gesellschaft. Allerdings sieht sich die breite Mehrheit der Amerikaner keineswegs auf der Verliererseite. Trotz aller wirtschaftlichen Unsicherheit ist die Zuversicht ungebrochen. Landesweite Umfragen sprechen eine klare Sprache: Mehr als zwei Drittel der US-Bürger geben regelmäßig an, mit ihrer Lage zufrieden zu sein. Das riecht nicht nach Revolution.

Sehr wohl aber verstehen es die Scharfmacher, der frustrierten Minderheit eine lautstarke Stimme zu geben. In einem Land, das gern seine gesamte Aufmerksamkeit dem Sieger schenkt, kann ein — kleines — politisches Beben daher durchaus heilende Wirkung zeigen.

Bericht Seite 4

LN

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