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Gleiche Chancen für alle Kinder!

LEITARTIKEL Gleiche Chancen für alle Kinder!

Wir müssen reden! Reden über etwas, das im Stillen abläuft. Das verborgen, verdrängt, oft sogar vergessen wird.

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Von Nick Vogler

Wir müssen reden! Reden über etwas, das im Stillen abläuft. Das verborgen, verdrängt, oft sogar vergessen wird. Armut von Kindern – erschreckend, in welchem Ausmaß es das in unserem reichen Deutschland gibt. Etwa 120000 Kinder im Norden leben in Armut, rechnet der Kinderschutzbund. Das bedeutet zwar auch, dass es den meisten Familien in unserem Land gut geht. Aber ein Viertel aller Kinder hat eben nicht alle Chancen auf eine gute Zukunft. Armut vererbt sich oft über Generationen. Und so tragisch das für Erwachsene ist – die Kinder sind es, die sich am wenigsten selbst helfen können.

„ Die Gesellschaft nimmt wenig Rücksicht auf Menschen, die nicht teilhaben können. An vielen Stellen geht das Leben weiter, ohne dass auf Schwächere geachtet wird.

Über Armut wird oft geschwiegen. Aus Hilflosigkeit – und weil Wegschauen oft einfacher ist. Und aus Scham von Betroffenen, die lieber irgendwie alle Mittel zusammenkratzen, anstatt bei der Schule einen Kostenzuschuss für die teure Klassenfahrt zu beantragen. Gespart wird dann an anderer Stelle. Dabei bedeutet Armut nicht immer, dass nicht genug Geld für das Essen da ist. Oft ist einfach nicht genug Geld für gutes Essen da. Armut ist auch ein Mangel an Bildung, ein Mangel an Möglichkeiten, sich auszuprobieren, zu lernen, neue Wege zu entdecken. Damit grenzt Armut aus. Kinder, die wenig soziale Bindung erleben, haben es auch als Heranwachsende schwerer, eine Ausbildung zu finden und als Erwachsene im Berufsleben zu bestehen.

Die Gesellschaft nimmt wenig Rücksicht auf Menschen die nicht teilhaben können. Ja, es gibt gesetzlich festgeschriebene Ansprüche, es gibt den Bedarfsregelsatz und den Bildungsgutschein. Aber an vielen Stellen geht das Leben weiter, ohne dass genügend auf Schwächere geachtet wird. Der digitale Wandel ist ein Beispiel für eine Herausforderung, vor der nahezu alle Schichten der Gesellschaft stehen. Ein schneller Internetanschluss und Mobiltelefon sind längst keine Luxusgüter mehr, sondern Grundhandwerkszeug für Ausbildung, Beruf, Freizeit. Wer da nicht mithält, steht schnell draußen.

Wer da nicht mithalten kann, braucht dringend Hilfe. Und Armut braucht eine Stimme. Gut, dass es Kräfte wie beispielsweise den Kinderschutzbund gibt, die den Finger in die Wunde legen und sich für die Schwachen einsetzen. Mit der Unterstützung von Tausenden Ehrenamtlichen engagiert sich der Kinderschutzbund für die Rechte von Kindern, ist in der Fläche breit aufgestellt und hilft da, wo es vor Ort am wichtigsten ist. Die Tendenz, dass Kinderarmut zunimmt, belegt, wie wichtig auch in Zukunft solche Hilfen sind.

Darüber reden ist gut. Handeln, also bewusst und zielgerichtet fördern, ist aber dringend notwendig. Sie helfen mit Ihrer Spende. Schon jetzt: Herzlichen Dank dafür!

LN

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