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Große Gefahr aus Nordkorea

Die Weltgemeinschaft muss Pjöngjang viel ernster nehmen. Große Gefahr aus Nordkorea

Vor nicht einmal einer Woche klang Nordkoreas Diktator Kim Jong Un noch geradezu versöhnlich.

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Von Felix Lee

Vor nicht einmal einer Woche klang Nordkoreas Diktator Kim Jong Un noch geradezu versöhnlich. In seiner Neujahrsrede sprach er von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Reformen; das abgeschottete Land solle sich etwa für ausländische Touristen öffnen. Er warb sogar für Versöhnung mit den verfeindeten Staaten Südkorea, Japan und den USA.

Doch dann, am gestrigen Mittwoch, folgte der große Knall: Nordkorea ließ die Erde messbar erzittern — und teilte dem Rest der Welt mit, man habe soeben eine Wasserstoffbombe getestet. Es handelt sich zwar bereits um den vierten nordkoreanischen Atomwaffentest innerhalb von zehn Jahren. Dennoch kann keineswegs von Routine gesprochen werden, eher von einer sich unheilvoll steigernden Provokation der Weltgemeinschaft.

Eine Wasserstoffbombe hat die vielfache Sprengkraft einer herkömmlichen Atombombe aus Plutonium oder Uran. Auch der finanzielle Aufwand zur Herstellung von Wasserstoffbomben ist immens. Sollte sich bestätigen, dass das Regime in Pjöngjang tatsächlich über die Wasserstoffbombe verfügt, müsste man Nordkorea atomtechnologisch auf Augenhöhe mit China, Russland und den USA sehen.

Doch ganz so weit ist es noch nicht. Das am Mittwoch gemessene unterirdische Beben hatte eine Stärke von 4,9. Das ist ziemlich identisch mit den Werten des nordkoreanischen Atomtests von 2013.

Internationale Militärexperten vermuten daher, dass es sich diesmal allenfalls um eine sogenannte fusionsverstärkte Atombombe handelte, nicht aber um eine Wasserstoffbombe.

Bei seinen Raketenprogrammen hat Pjöngjang schon früher häufig geblufft. Auch aus den meist gut informierten Kreisen des südkoreanischen Geheimdienstes ist zu vernehmen, dass Nordkoreas Regime einen Wasserstoffbombentest nur vorgetäuscht hat.

Doch selbst wenn sich in den demnächst bei den Messungen der Radioaktivität herausstellen sollte, dass Jungdiktator Kim mal wieder gelogen hat, sollte nicht verkannt werden, wie brutal, unberechenbar und menschenverachtend er und sein Regime bleiben. Dass er über Atomwaffen verfügt, ist unstrittig. Dass er zudem ballistische Trägerraketen entwickeln lässt, die schon bald in der Lage sein werden, nicht nur den verfeindeten Süden auf der koreanischen Halbinsel, sondern auch Japan und sogar Territorien der USA zu treffen, steht ebenfalls fest.

Die Weltgemeinschaft muss die Gefahr, die von Nordkorea ausgeht, ernster nehmen als bisher — trotz der ohnehin schon herausfordernden Krisen im Nahen Osten, in Europa und Afrika. Jungdiktator Kim könnte, so irrwitzig das ist, eines Tages geneigt sein, tatsächlich zu einem Nuklearschlag auszuholen. Der Schaden wäre — auch schon durch eine seiner „normalen“ Atomraketen — gigantisch.

Bericht Seite 4

LN

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